Spielt ihr noch an der Konstanzerstrasse?

… Eine Frage, die man schon lange nicht mehr hörte. Immerhin spielen wir seit 1959 nicht mehr im heute gar nicht mehr existenten Stadion an der Konstanzerstrasse. Gestellt wurde uns diese Frage von Franz Hauser, Jahrgang 1926, seit 70 Jahren die gute Seele beim FC Näfels bzw. FC Linth 04. Noch heute vergeht bei ihm mit 87 Jahren kein Tag, an dem er nicht auf dem Fussballplatz in Näfels auftaucht, verloren gegangene Bälle einsammelt und nach dem rechten schaut. Am Spieltag bekommt dann jeder Besucher von ihm persönlich ein Matchprogrämmli in die Hand gedrückt, sehr sympathisch. Für die grosse Aktiv-Karriere hat es bei ihm nicht gereicht, zwei Einsätze beim FC Luzern, dann riefen die häuslichen Pflichten. Dafür wurde die Fussballwelt als Zuschauer bereist, ob beim Relegationsspiel der Nati in Istanbul oder gar zweimal am Millerntor in Hamburg, von überall gibt es Anekdoten zu erzählen.

Während wir noch den Geschichten von damals lauschten, zauberte die FCK-Aktivabteilung bereits auf dem Kunstrasen in Näfels. In den ersten Minuten gleich zwei Tore durch Antonio Mihaylov, welche dem Bulgaren besonders zu gönnen waren. Etwas bitter der unnötige Anschlusstreffer, war es doch die einzige Chance der Glarner in Halbzeit 1. In der zweiten Halbzeit folgte das zweite Gesicht des FCK. Ohne viele Worte zu verlieren, es hiess schnell 4:2 für Linth und der schöne Anschlusstreffer von Piero Saccone sollte an diesem Spieltag den Schlusspunkt markieren.

Ein letztes Mal „der FCK wird niemals untergehn“ und dann zeigte die Kirchturmuhr von Näfels unerbittlich, dass es nichts mehr werden würde, für unseren in schwarz-weiss spielenden Verein. Weiter ging’s für die Porteños zum Clubhaus testen.  Whisky wurde einem angeboten, aber wir bevorzugten Bratwurst und Bier, letzteres dann leider doch von einer Grossbrauerei. Was unsere Mädels nicht davon abhielt, auch dies ausgiebig zu testen und die Reize eines weiten Auswärtsspiel in immer positiverem Licht zu sehn. Nach getaner Arbeit ging’s mit vollbesetztem Porteños-Mobil zurück Richtung Heimat und dabei konnte der feucht-fröhlichen Stimmung an Bord auch der Umweg über den Stadtverkehr von Zürich nichts mehr anhaben.

Ach ja, Franz Hauser war natürlich auch an der Konstanzerstrasse. 1947 war’s, als kopfballstarker Verteidiger von Näfels. Eine tolle Atmosphäre wäre dort gewesen und drei ganz starke Konstanzer hätten die Kreuzlinger gehabt…

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Matthias aus Rapperswil, seit vielen Jahren besucht er nun schon in schöner Regelmässigkeit unsere FCK-Spiele in der Innerschweiz. Immer bewaffnet mit FCK-Schal hinter unserer Clubfahne, sehr schön!

Linth_hauser

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