Red Rebels in Switzerland

Red Rebels in Switzerland! Gestern war der englische 7.-Ligist FC United of Manchester zu Gast auf der Schützenwiese. Der von enttäuschten ManU-Fans gegründete Verein ist ganz im Besitz der über 3’000 Mitglieder und baut sich auf die kommende Saison ein eigenes Stadion. Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Kommerzialisierung. Weitere Beispiele wie der AFC Wimbledon, Austria Salzburg, 1. FC Lok Leipzig oder die BSG Chemie Leipzig zeigen auf, dass dies für einige Vereine durchaus ein Erfolgsmodell sein kann.

Feststimmung herrschte bereits vor dem Spiel in der Stadt, mehrere hundert United of Manchester – Fans reisten für dieses Freundschaftsspiel nach Winterthur. Das die FCW-Fangemeinde über das nötige Potential für solche Spiele verfügt, zeigte sich schnell im Stadion. 2’700 Zuschauer kamen zum Spiel gegen einen englischen 7.-Ligisten! Der FCW hat sich längst als der alternative Verein der Schweiz etabliert, trotz mässigem Erfolg der 1. Mannschaft. Die Fanszene der Winterthurer ist in den letzten 20 Jahren von einem kleinen Freundeskreis zu einer vielfältigen und viele hundert Personen umfassenden Fankurve herangewachsen. Verein, Stadt und Fans passen hier einfach zusammen.

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Die United-Fans verteilten sich mit ihren typisch britischen Zaunfahnen über das ganze Stadion. Auch das ist typisch für eine Fanszene dessen Durchschnittsalter bei weit über 40 Jahren liegen dürfte. Es gibt noch einen Stimmungsblock der etwas Jüngeren, der Rest verteilt sich im weiten Rund. Hat mich an den BFC erinnert. Ich find das nicht unsympathisch, Back to the Roots wenn man sich mit der Entwicklung der Zuschauerkultur beim Fussball auskennt.

Die Bierkurve zeigte eine schöne Choreo zu Spielbeginn, leider aus Tribünen-Perspektive nicht ganz gelungen mit dem Kranz, dafür mit schönem Banner: „As Football – Should Be“, roten und weissen Luftballons und Papierregen, für sowas hat man als Fussballromantiker immer ein dankbares Herz.

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Das Spiel ging mit 4:1 an die technisch versierteren Winterthurer, was an dem Nachmittag natürlich nur Nebensache war. Im Tor der Eulachstädter stand mit Christian Leite ein ehemaliger FCK-Goalie. Überhaupt hatte man aus Kreuzlinger Sicht Glück mit der Spielansetzung. Ursprünglich wäre die Partie Uster-FCK zur gleichen Zeit angesetzt gewesen, wurde dann aber auf kommenden Dienstag verschoben.

Selbstverständlich wurde einem auch rund um das Spiel einiges geboten. Zur Halbzeit wurde die FCW-Aufstiegsmannschaft von 1984 geehrt, welche anno dazumal die letzte Winterthurer NLA-Zeit ermöglichte. Calcio Culinaria gab es an den zahlreichen Essensbuden und nach dem Spiel legte Tumult Winterthur mit Rude-Boy-Reggae-Klängen zum Tanze auf. Stilecht aus einem alten VW-Bus, für sowas hatten auch die alten Engländer einen Sinn. Mit dabei war auch ein DJ aus Manchester, grosse Völkerverständigung auf der Schützenwiese. Am Tag zuvor las übrigens Frank Willmann in der Libero-Bar über Fussballfans in der DDR, leider konnte dieser Termin nicht wahrgenommen werden. Aber ich bin mir sicher, in Winterthur wurde auch er bestens versorgt.

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Bekannte Gesichter sah man natürlich jede Menge, ob Saro Pepe vom FCZ-Museum, Marcel Tappeiner von den Letzi-Junx, Gregory Germond vom Sportantiquariat oder viele andere Fussballfreunde aus nah und fern, einfach ein wunderbarer Fussballnachmittag!

Millwall-Fabienne und ich gönnen sich den Luxus der Haupttribüne:

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