Drei Punkte an der Ringstrasse

In der Bündner Hauptstadt erlebte der FCK schon oft sein Waterloo. So etwa vor knapp zehn Jahren, als unsere Grenzstädter drauf und dran waren nach 2004 erneut die Aufstiegsspiele zur Challenge League zu erreichen. Am vorletzten Spieltag hätten die Grün-Weissen dazu einen Sieg an der Ringstrasse benötigt und bis zur 72. Minute führte der FCK auch mit 2:0. Am Ende hiess es aber 2:2 und die Träume vom Profi-Fussball waren erneut dahin.

Angekommen im 2014. Gerade war man noch mit dem System der Churer Verpflegungsstände beschäftigt (siehe weiter unten) und schon geschah dies: nach wenigen Spielsekunden ein nicht gegebenes Abseitstor der Churer und nach einer Minute das reguläre 1:0 – erstaunte Gesichter bei den wenigen mitgereisten Kreuzlingern. Wie gewohnt nahm der FCK danach aber das Heft in die Hand und schraubte mit seinen offensiven Qualitäten das Endscore auf 1:4. Nach drei Spielen grüsst der Verein aus dem Hafenstädtchen zumindest vorläufig von der Tabellenspitze mit neun Punkten und 12:3 Toren.

Die Zuschauer in Chur mögen es Rustikal, Kick-and-Rush der eigenen Elf ohne Firlefanz und liegenbleiben. Entsprechend war Balletttruppe noch die nettere Bezeichnung mit welcher die FCK-Elf vom Heimpublikum eingedeckt wurde. Auch Chur-Edelfan Luca Toni riss es öfters vom Sitz bei den haarsträubenden Aktionen seines Teams, dieser holte nach dem Spiel übrigens noch Autogramme von den einzigen zwei an ihren Schals erkennbaren Fans der Grün-Weissen, wieso auch nicht.

Überhaupt atmet die Ringstrasse Fussballgeschichte, vom verlotterten Parkplatz über die für die 2. Liga Interregional stolze Haupttribüne bis zu den bereits erwähnten Verpflegungsständen. Am ersten holt man Bons, am zweiten Fenster gibt es Bratwürste, am dritten Hamburger und zwanzig Meter weiter kann man Hot Dogs beziehen oder war das mit dem dritten Fenster doch anders? Das Personal hilft jedenfalls freundlich weiter. Nur die wässrige Bratwurst kann mit dem Organisationstalent der Churer nicht mithalten. Die Spiele sind übrigens traditionell gut besucht an der Ringstrasse, über 300 dürften es gewesen sein. Allerdings leerte sich das Stadion ab der 80. Minute bereits beachtlich, wovon auch das Bild, aufgenommen in der 92. Minute, zeugt.

Zu ihrem ersten Fussballspiel kam mein siebzehn Tage altes Töchterchen. Die lange Autofahrt kam ihr gerade recht, gibt es für sie doch nichts beruhigenderes als das Geräusch eines fahrenden Autos. Vom Spiel sah sie natürlich nichts aber bis zur 88. Minute fand sie es immerhin nicht zum lauthals schreien, hätte auch anders kommen können. Ich weiss nicht wie das rustikale Churer Publikum das gefunden hätte.

Chur Ringstrasse

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3 Antworten zu Drei Punkte an der Ringstrasse

  1. Hanns Wipf schreibt:

    Schöner Bericht. Wer ist der Autor?

  2. Bruno Neidhart schreibt:

    Wie es durch eine andere Perspektive zu einer virtuellen Punkteteilung kam: Chur 97 geht mit seiner Tribüne 1 : 0 in Führung. Der FCK gleicht mit seiner Bratwurstqualität zum 1 : 1 aus.

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