Von Künstlern, Poeten, Superman und dem Blumenthaler SV – All to nah Nr. 22 ist da

Letzte Woche erreichte mich die 22. Ausgabe des All to nah. Die Rundschrift der Anhänger/innen des Altonaer Fussball-Clubs von 1893 wird von mir immer sehnsüchtig erwartet, deckt sie doch meine Leidenschaften perfekt ab. Altona 93 ist ein Synonym für gelebte Fussballfreuden nach alter Schule, die Adolf-Jäger-Kampfbahn ein verheissungsvoller Ort der Fussballromantiker. Ich war übrigens noch nie dort, die Verklärung aus der Ferne für den Hamburger Oberligisten dürfte also besonders gross sein.

Die Titelseite der neuen Ausgabe kommt mit einem Kunstdruck daher und im Innenteil warten auf den Leser wieder zwei von Künstlern gestaltete Sammelkarten mit Altonaer Fussballbezug. Ebenfalls nicht fehlen darf Fussballpoesie, diesmal aus der Feder des Dulwich Hamlet – Poeten. Natürlich gibt es auch viel Geschichtsbezug, ein Vorabzug aus einem neu erschienenen Buch über Adolf Jäger etwa oder die tolle Rubrik „Altona 93 auf Sammelbildern“ welche sich diesmal mit Heldentypen der 50er-Jahre beschäftigt. Auch immer schön: AFC-Fans from abroad, hier schreiben auswärtige Fans über ihre Beziehung zu Altona 93. Hauptthema des Heftes, wie schon kurz angedeutet: Helden. Wie wird man Held, wozu braucht man Helden. Passend dazu ein Interview mit dem Altona-Superman, einem Amerikaner welcher im Superman-Kostüm die Spiele des AFC besucht, sowas gibts wohl nur an der Adolf-Jäger-Kampfbahn.

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Habe ich erwähnt, dass es in der letzten Ausgabe ein Angelspiel mit einem FC Kreuzlingen – Fisch gab? Meine Freundin fasst es nicht, über was für kindische Dinge wir Fussballfreunde uns über die Grenzen hinweg freuen können. Ebenfalls ungläubige Blicke erntete ich, als ich letztens mit der roten Altona-Fanzinehenkeltasche im A5-Format aus dem Haus wollte. Aber wenn man seinen Audi 80 von 1978 mit 65 PS als heisse Sportmaschine empfindet, passt auch die Altona-Tasche, na zumindest für mich.

Auch Sportplatz-Fetischisten kommen nicht zu kurz, so werden diesmal die Sportplätze des Buxtehuder SV, FC Süderelbe, USC Paloma und SC Victoria vorgestellt. Ganz stark das Interview mit dem Rock’n’Roll-Journalisten Hollow Skai, wenn über Fussball und Musik in einem Rutsch erzählt werden kann, ist das immer lesenswert. Und eine Geschichte die so anfängt, muss einfach gut sein: „Meld Held heisst Wolfgang Ebersbach. Ich habe eine Menge von ihm gelernt. Immer wenn wir in der Schule etwas über die Steinzeit hörten, musste ich an ihn denken. Ich sah ihn im Fellumhang auf das Tor des VfB Lübeck zustürmen.“ Eine Liebeserklärung an den Blumenthaler SV und Wolfgang Ebersbach! überhaupt, ein Held namens Wolfgang Ebersbach ist an sich schon mal was sympathisches.

Zum Schluss noch die Bücher- und Fanzine-Ecke, welche diesmal etwas üppiger ausfiel. Das Zürcher Buchprojekt „Stadt, Brot und Spiele“ wird dort zum Beispiel vorgestellt, inspirierend speziell die Finanzierungsgeschichte des Werks. Mehr dazu später im Seagulls Roar!. So könnte das jetzt noch weitergehen – All to nah ist Pflichtlektüre. Und am 25. Oktober 2014 beehrt uns All to nah – Herausgeber Jan mit einem Besuch in Kreuzlingen – zum Spiel gegen den FC Uster, kann das wahr sein?!

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Foto: budgetairline.wordpress.com

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