Stadt, Brot und Spiele

…nennt sich ein kleines Büchlein, herausgegeben von einem Schweden und einem Hamburger aus dem Aargau. Der Enthusiast bekommt das gute Stück gegen ein frankiertes Couvert und 20er-Nötli direkt nach Hause geliefert. In der Form ähnelt es einem Schweizer Reisepass, liegt praktisch in der Hand und passt in jede Westentasche (Westentasche – da ist uns wieder etwas schönes verloren gegangen – in die Harringtontasche vielleicht?). Das Aussenmaterial ist abwaschbar und passt ganz gut an die Orte von denen das Büchlein erzählt – den Kleinoden der alten Stadionarchitektur, den diese umgebenden, meist etwas schäbigen Stadtvierteln und den deftigen Speisen die dort, oder direkt in den Stadiontavernen, serviert werden. Garniert mit passenden Sprüchen alter Dichter. Berlin, Hamburg, Lisboa, Napoli, Wien, Istanbul. Hackepeter, Bierbeisl, Schmorgurken, Zingara und Lahmacun. Cerveja oder Ayran.

Die Buchstaben in Stadt, Brot und Spiele sind spärlich, doch jedes Wort ist keines zuviel und die Bilder sprechen eine Sprache, die wir Fussballromantiker alle verstehen. Warum lange Texte, es ist alles gesagt mit den Speisen, den Vierteln, der Kultur und den Stadien die Geschichte atmen. Eine kurze Angabe der Stadtbahnlinie zu den Orten der Hoffnung muss reichen. Die Stadien (und nicht Arenen) sind die Fixpunkte der Reisen, ganz unaufgeregt und selbstverständlich – wie es bei allen diese Liebe teilenden Verrückten und Normalen der Fall ist. Gläser hat das letzte Woche sehr schön in seinem Text Prag sehen und gehen beschrieben („deren Stadien waren unsere Moldaubrücken“). Eine Leidenschaft die verbindet.

Hackepeter und Bier im Mommsenstadion, war auch für mich schon ein kulinarisches Ereignis der besonderen Art:

Hackepeter

Stadt, Brot und Spiele wurde über wemakeit.com finanziert. Dort konnte jeder, der Sympathie für das Projekt hegte, eine Vorfinanzierung leisten und die beiden mit dem Geld auf Reisen schicken. Für 22 Franken bekam man eine Postkarte von Unterwegs, für 33 Franken eine Einladung zur Vernissage, für 55 Franken unter anderem das Buch per Götterbote Hermes hausgeliefert, für 99 Franken selbiges in Leder gehüllt, gewidmet und mit Tinte signiert und für 222 Franken kamen die beiden Herren gleich selbst mit dem kleinen Werk in die eigene Stube geschritten, um sodann am heimischen Küchentisch von den erlebten Geschichten in fremden Städten zu berichten und aus dem Büchlein vorzulesen. Mit dieser sympathischen Idee kam eine recht stattliche Summe zusammen und Stadt, Brot und Spiele konnte entstehen. Zum Glück.

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