Der Tickerer von Freienbach und die Flucht auf den Meienägger

Einmal pro Saison verpasse ich für gewöhnlich ein Auswärtsspiel. Am vergangenen Samstag war’s wieder so weit und dann noch das Spitzenspiel in Freienbach. Der Nachwuchs verlangte eine andere Prioritätensetzung und so gab es statt Auswärtsfahrt und Tore für einmal Kinderwagen und Spaziergang durch das herbstliche Dorf. Der Anpfiff rückte näher und die Nervosität fernab des Spielfeldes stieg, als Fan hat man ja ein ausgesprochen unbehagliches Gefühl wenn man nicht selbst zugegen ist. Ich muss auch eingestehen, dass die Nervosität und das mitfiebern in all den Jahren beim FCK nie abgenommen haben.

Auf dem Freienbacher Sportplatz Chrummen war dafür Gregory zugegen, dessen Sportantiquariat an dieser Stelle empfohlen sei. Er sollte als mein persönlicher Tickerer fungieren und so meine Absenz erträglicher gestalten. Mit Finja auf dem Arm harrte ich der Dinge, die da da aus dem fernen Freienbach per SMS kommen sollten. Los ging das Spiel. Hier eine kleine Zusammenfassung des FCZ-Fans über die Geschehnisse neben der Bande:

1. Minute: „Bin auf der Tribüne, Axel Thoma auch hier!“

30. Minute: „Toll so nah am Spielfeld!“

35. Minte: „Schade, ist doch nicht Axel Thoma.“

45. Minute: „Freienbach-Zuschauer ausser sich über Penalty, war aber einer.“

Pause: „Grausame Musik, hinter uns Kuhglockengebimmel.“

60. Minute: „FCK drückt, Chance um Chance, fünf Thurgauer Rentner auf der Tribüne sind jetzt heiss!“

Am Ende verlor der FCK bekanntlich mit 3:2 (Spielberichte).

Danke Gregory, es ist nicht dein Fehler, aber es konnte nicht gut gehen.

Am Abend im trauten Heim brach das Fussballfieber erneut aus, ein Wochenende ohne Fussball – während der Saison! Es darf nicht sein. Schnell football.ch zu Rate gezogen, im Dorf um 18.00 Uhr ein 4.-Liga-Spiel. SC Berg 1 vs. FC Bischofszell 2. Wir müssen hin, meine Freundin hatte Verständnis. Kinderwagen geschnappt und beim eindunkeln schnellen Schrittes Richtung Meienägger. Das Spiel lief bereits, in der Ferne die Flutlichtmasten. Es gab Bratwurst und Bier, 50 Zuschauer, tosender Jubel beim 1:1. Jetzt konnte man nach Hause gehen und morgen Sonntag – der gehört dann wirklich der Familie.

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3 Antworten zu Der Tickerer von Freienbach und die Flucht auf den Meienägger

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Freienbach, das schwyzer Niedrigsteuer-Kunstgebilde aus fünf Ortschaften, kurz vor dem „Zürisee-Seedamm“, verbaut, ist bekannt durch „international tätige Finanzdienstleister“. An diesen Seegestaden nicht ungewöhnlich, auch wenn die „Goldküste“ auf der anderen, sonnigeren Seeseite liegt. Wie dem auch sei! Weniger bekannt scheint hier Fussball zu sein. Es spielt sich noch nicht „international“. 125 Zuschauer, lese ich. Spitzenkampf. Ich weiss nicht, was ich dazu schreiben soll. Auf jeden Fall ist die Gefahr, dass bei Penalty-Unstimmigkeiten grössere Horden von Hooligans das Feld stürmen, eher unwahrscheinlich. Schon eher Kühe, wie ich lese. Es scheint genauso gemütlich zuzugehen, wie in Berg. Wie hoch hier die Steuern sind, entzieht sich dabei meiner Kenntnis.

    • Wie immer ein interessanter Kommentar Herr Neidhart. Der FC Freienbach wird gut geführt, aber es wirkt vieles etwas kühl arrangiert, diese fehlende „Fussball-Seele“ scheint sich auch auf die Zuschauerzahlen auszuwirken. Wobei diese Art einen Fussballverein zu führen vielleicht auch zum Ort passt?

      • Bruno Neidhart schreibt:

        Na ja, ich möchte beileibe nicht den FC Freienbach kritisieren. Jeder Verein organisiert sich selbst. Und das „Klima“ müssten eigentlich die Fans schaffen. Bei den FCK-Spielen im eigenen „Stadion“ könnte es – ganz abgesehen vom Zuschauerinteresse – gut auch etwas „emotionaler“ zugehen – nicht nur beim finalen Torereignis. Ich dachte da schon mal an die Verteilung von papierenen, 1. augustähnlichen Fähnchen in Grün-Weiss, die wie in einem Rausch geschwenkt den Angriffswirbel der Kleinvenediger unterstützen, besonders wenn sie in Rückstand geraten sind. Verliert man trotzdem, hat man sich als Zuschauer/Zuschauerin (!) zumindest nichts vorzuwerfen. Und Kinder könnten zuhause weiter grünweiss schwenken…..

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