2:0 gegen Wil – eine Zwischenbilanz

Gestern zeigte unsere 1. Mannschaft ein souveränes Spiel gegen das U20-Team des FC Wil. Die zweite Halbzeit war zwar nicht so furios wie die erste, doch wie sagte es Co-Trainer Ayde in der Talkrunde sinngemäss im Club-Beizli: „es war wichtig, auch einmal ein Resultat ohne Hektik halten zu können“. Überhaupt war die Talkrunde diesmal besonders interessant. Der sympathische Wil-Trainer Dominic Zurkirchen erklärte die Besonderheiten eines U-Teams, Radio-Moderator Walter Studer machte seine Aufgabe souverän und auch Ayde gab ein gutes Bild vom FCK ab. Ausserdem war das Clubhaus wieder sehr gut besucht, man scheint langsam die richtige Form für die Talkrunde gefunden zu haben. Spielberichte zum 2:0-Sieg gibt es an dieser Stelle.

Der Kreuzlinger Fussballfreund hört und liest in den regionalen Medien fast nur von der 1. Mannschaft, doch diese wäre verloren ohne einen gesunden Unterbau. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz, subjektiv aus Sicht des Seagulls Roar!

Junioren: Vor einigen Jahren lag die Juniorenabteilung in Scherben. Nun wächst diese kontinuierlich, diese Saison stellte der FCK erstmals wieder ein B-Junioren-Team. Auf die nächste Saison dürfte der FCK zwischen den C- und F-Junioren jeweils zwei Teams melden und die D1-Junioren befinden sich auf dem besten Weg in die höchste Juniorenstufe (trainiert von Damian Gimenez aus der 1. Mannschaft). In den laufenden Meisterschaften liegen die Teams fast ausnahmslos in den vorderen Tabellenregionen. Quantitativ ist man auf dem besten Weg das Ziel „klein aber fein“ in Kürze zu erreichen. Qualitativ ist es noch ein weiter Weg (noch kein Team in der Coca-Cola-League).  Nicht zuletzt: der FC Kreuzlingen bietet über 100 Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Werbepartner/Donatoren: Ohne sie läuft auch beim kleinsten Verein nicht viel. Durch Geschäftsübernahmen aus dem Ausland verlor der FCK mehrere namhafte Sponsoren. Konzerne interessieren sich in der Regel kaum für regionalen Fussball, da hatten lokale KMU’s eine ganz andere Verbindung. Nach dieser Entwicklung schien es um den ambitionierten Amateurfussball in Kreuzlingen fast schon geschehen. Doch die Marketing-Verantwortlichen konnten den FCK in Windeseile auf eine breitere Basis stellen. Die Donatoren-Vereinigung (Jahresbeitrag Fr. 1’080.00) boomt und konnte die Mitgliederzahl innert Jahresfrist auf rund 80 verdoppeln (!). Hier muss der Weg weitergehen und die Donatoren-Vereinigung zu einem starken Business-Treff in Kreuzlingen werden. Nur so kann der FCK zu einem noch besseren Ausbildungsverein junger Talente am Bodensee werden.

Zuschauer/Medienpräsenz/Infrastruktur: Durchschnittlich knapp 250 Zuschauer besuchen die Meisterschaftspartien im Hafenareal. Das entspricht in etwa der Meisterschaftsplatzierung. Die Spiele sind grösstenteils ansehlich, die sportliche Situation ist als Aufstiegskandidat interessant. Zu jedem Heimspiel gibt es eine Talkrunde, Pausen-Gewinnspiele und spezielle Events. Für einen fünftklassigen Verein wird eine geballte Medienpräsenz geboten (zu jedem Heimspiel zwei bis drei Spielberichte plus diesem Blog und einer Fotoserie, eine attraktive Internetseite, Präsenz in sozialen Medien und ein umfangreiches Matchprogramm runden jeden Spieltag ab). Die Infrastruktur konnte in den letzten Jahren, auch dank der Stadt Kreuzlingen, kontinuierlich verbessert werden. Es entstand eine kleine Tribüne mit Sitzplätzen, ein Kunstrasenplatz und vieles kleinere mehr (eine neue Anzeigentafel folgt in Kürze). Negativ zu bewerten sind allerdings die Parkplatzsituation und die fehlende Überdachung der Zuschauerplätze (gerade in der Rückrunde schmerzlich vermisst).

Vereinsleben/2. Mannschaft: Nebst den organisatorisch aufwändigen Heimspielen, bietet der FCK jede Menge spezielle Anlässe unter dem Jahr (Swiss Soccer Camp, Firmenturnier, diverse Feste, Veranstaltungen und Versammlungen). Unser Club-Beizli hat an den Heimspielen von 15.30 Uhr bis ca. 22.00 Uhr geöffnet und ist beliebter Treffpunkt aller FCK’ler. Gegen 50 Personen (Vorstand, Trainer, Mitarbeiter) halten den Spielbetrieb und die diversen Abteilungen aufrecht. Trotzdem fehlt es oft an Freiwilligen, wie bei fast jedem Verein. Auf der sportlichen Seite fehlt eine 2. Mannschaft, idealerweise ein U-Team und mindestens in der 3. Liga spielend.

Trotzdem kann das Vorurteil, der FCK bestünde nur aus der 1. Mannschaft, einfach nicht mehr gelten und ist ungerecht gegenüber all jenen, die sich auf den verschiedensten Ebenen für den FCK engagieren.

Forza FCK!

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2 Antworten zu 2:0 gegen Wil – eine Zwischenbilanz

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Alle sind FCK. Das stimmt schon. Und entsprechend müssen auch alle die angemessene mediale Erwähnung finden. Nur: Die „Erste“ – wenn man beim Fehlen einer „Zweiten“ davon reden kann! – ist eben, wie in anderen Vereinen auch, das „Flaggschiff“. Somit ist z.B. „Glotze aus – Stadion an!“ ein Weckruf, der sich langsam vom Seeufer bis zu den Hängen über der Stadt – und um die Stadt herum – etablieren sollte. Dieser Ruf hängt nun mal – nicht nur! – mit der effektiven Leistung der „Ersten“ zusammen und oft ein mediales Bild ergibt, das dann gleichzeitig in den Verein als Ganzes einwirken kann. Was „Glotze“ gegen „Stadion“ betrifft, hatte bei Singen 04 : FC Rielasingen-Arlen am Wochenende immerhin 1600 Fans ins neu konzipierte Stadion gebracht. Für „Hop Chrüzlinge“ dürften es also im Schnitt schon etwas mehr sein, besonders bei den „kantonalen Dörbis“. Ein hartes Brot – fürwahr. Bei der derzeitigen Platz-Infrastruktur besonders. Warten aufs Döbeli? Oder Seezelg? Einer sagte mal: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt“. Tatsächlich leben wir jetzt. Zwickmühle: Werden die Ambitionen eines Klubs deutlich nach oben korrigiert, muss eben auch die Platz-Infrastruktur angepasst sein. Bleib das Ziel bescheiden, reicht es allemal so, wie es ist. Was nun?

  2. Der FC Singen 04 hat Potential und hat nun wirklich ein wunderbares Schmuckkästchen bekommen, nun müssen sie „nur“ noch die Leichen aus dem Keller beseitigen. http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/singen/Eindrucksvolle-Kulisse-bei-Eroeffnung-des-Singener-Hohentwielstadions;art372458,7806130

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