Kleines Thurgauer Derby lockte 500 Zuschauer, Kreuzlingen auf dem Leaderthron

Volle Ränge beim Derby gegen den FC Amriswil und damit auch eine kleine Bestätigung für die zahlreichen Bemühungen um Zuschauer beim FC Kreuzlingen. Entgegen den Vorhersagen spielte auch das Wetterglück mit und so fanden rund 500 Zuschauer den Weg in die neu FCK-Arena im Hafenareal genannte Spielstätte.

Der abstiegsbedrohte FC Amriswil spielte munter mit und kam in der ersten Halbzeit zu zahlreicheren Torchancen, ehe der Kreuzlinger Neuzugang Pentrelli zum etwas überraschenden 1:0 traf. Auch in der zweiten Hälfte mussten die FCK-Spieler, teilweise unter Unmutsbekundungen der eigenen Zuschauer, um die drei Punkte bangen. Erst in Überzahl gelang es den Grün-Weissen leichter, ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. Mit dem sehenswerten 2:0 durch Jens Strohm in der 84. Minute war die Sache dann gelaufen und die ersten Amriswiler Zuschauer machten sich auf den Heimweg. Nicht nur viele Amriswiler fanden den Weg in die FCK-Arena, auch auffallend viele Familien und ganze Gruppen von FCK-Junioren waren dabei, womit der Generali-Family-Day seinen Zweck erfüllte. Das ein FCK-Junior beim sports-millions.com-Torwandschiessen einen 1’000-Franken-Gutschein abstaubte, passte gut ins Bild an diesem Tag. Doch nach dem Spiel folgten die besten Nachrichten, gleich das ganze Führungstrio lies Federn liegen und der FCK kam unverhofft auf den Leaderthron.

Zuschauer Fan. FC Kreuzlingen gegen FC Amriswil auf der Sportanlage Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 9. Mai 2015 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

Zuschauer Fan. FC Kreuzlingen gegen FC Amriswil auf der Sportanlage Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 9. Mai 2015 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

Nach dem Spiel ging es weiter zum Trainertalk ins gut besetzte FCK-Beizli. Der langjährige FCK-Spieler und jetzige Amriswil-Trainer Christoph Schenk erntete immer wieder Szene-Applaus – auch von den Kreuzlinger Zuhörern. FCK-Co-Trainer Aydemir Demir tat einem fast leid, hatte seine Mannschaft doch drei Punkte geholt und vieles richtig gemacht. Die Grenzstädter erwiesen sich schon immer als kritisches Publikum. Im Selbstverständnis sieht man sich als 1.-Liga-Verein, das wird auch dem Frauenfelder oder Churer Publikum zu eigen sein. Technisch spielte der FCK in den vergangenen 20 Jahren fast immer einen etwas feineren Fussball als die Konkurrenz, man sah immer wieder talentierte Spieler in den FCK-Reihen, einige von Ihnen schafften es auch in den Profi-Fussball oder etablierten sich an der Spitze des Amateurfussballs. In der fünftklassigen 2. Liga Interregional erwartet man da leichtfüssigen Fussball um den Aufstieg und zahlt dafür auch mit den höchsten Eintrittspreis der Liga (immerhin 10 Franken). Soweit das Selbstverständnis des Kreuzlinger Publikums nach meiner Erfahrung, ob das gerecht ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Die Dauernörgler möchte ich damit nicht in Schutz nehmen, die gibt es überall, aber eine gewisse Erwartungshaltung hat das Kreuzlinger Publikum nicht ganz zu unrecht. Ein Trost für die Spieler, dass Publikum lässt sich auch begeistern und vielleicht lässt sich der bisherige Saisonrekord von 500 Zuschauern schon sehr bald knacken. Vorausgesetzt sind Auswärtssiege in Sirnach und Uster. Es ist alles bereit für ein spannendes Meisterschaftsfinale.

FC Kreuzlingen (Gruenschwarz) gegen FC Amriswil auf der Sportanlage Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 9. Mai 2015 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

FC Kreuzlingen (Gruenschwarz) gegen FC Amriswil auf der Sportanlage Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 9. Mai 2015 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

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Eine Antwort zu Kleines Thurgauer Derby lockte 500 Zuschauer, Kreuzlingen auf dem Leaderthron

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Der „etwas feinere Fussball“, den der Heimclub in der neu erklärten „FCK-Arena im Hafenareal“ mit einigem Erfolg zu zelebrieren versucht, ist dann nicht ausschliesslich „das Gelbe vom Ei“, wenn eine kampfstarke gegnerische Mannschaft diese Spielweise erst gar nicht zulässt, bereits im Mittelfeld „auf Teufel komm raus (fair!)“ attackiert, und dies 90 Minuten (plus) durchhält. Letzteres ist zwar eher selten auf diesem Liganiveau festzustellen, doch kann mein Hinweis derart gedeutet werden, dass zum „Schönspielen“ auch eine gehobene Portion von „Kampfkraft“ gehört. „Unmutsbekundungen der eigenen Zuschauer“ lassen sich so ziemlich minimieren, wenn auch nie ganz vermeiden. Besonders die 1. Amateurliga – wirklich, wirklich nur als Beispiel!!! – ist traditionell dadurch gekennzeichnet, dass vermehrt die körperliche Seite ins Spiel kommt, Kraft und Schnelligkeit. Das technische Rüstzeug und die spieltaktische Seite ist heute – viel markanter als früher – integraler Inhalt eines jeden modernen Trainings. In den meisten Clubs. Nicht nur im Fussball. Eine körperbetont spielende Mannschaft gewinnt dann, wenn sich die erlernte Technik nicht von der eines Gegners unterscheidet und sich so die „taktische Marschroute“ die gesamte Spielzeit hindurch (oder auch die im Spielverlauf vom Trainer neu etablierte) mit einer hohen physischen Konstanz besser ausprägen lässt. Wunderbar theoretisch. Nur der Zufall lässt sich leider noch nicht beschreiben! Dessen Spielanteil ist bei aller Technik, Taktik und Körperlichkeit tragischerweise – positiver: glücklicherweise – nicht selten matschentscheidend. Und so bleibt denn das Ligafinale höchst spannend. Für mindesten drei Mannschaften. Also auf mit Posaunen in die „FCK-Arena im Hafenareal“ – oder sogar auswärts! Nichts ist unmöglich für Grünweiss zum Frühlingsende.

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