FV Ravensburg vs. VfR Mannheim (die Ulli-Potofski-Show)

FV Ravensburg gegen den VfR Mannheim. Mein Faible für etwas in Vergessenheit geratene Traditionsvereine sollte an diesem FC-spielfreien Wochenende bedient werden. Der VfR aus der Quadrate-Stadt Mannheim, immerhin deutscher Fussballmeister von 1949, hat einen eher bürgerlichen Hintergrund und teilt damit das Schicksal vieler Vereine, welche gegen die (ehemaligen) Arbeitervereine der Stadt den Kürzeren zogen. Man denke nur an den ETB Schwarz-Weiss Essen, die Stuttgarter Kickers oder den Freiburger FC.

Eins vorneweg, ich unterschätzte die Tradition des Vatertags in Deutschland. Stau vor jeder Ortschaft des Bodensee-Kreises, wilde Tänze der Einheimischen, seltsame Rituale in Dörfern und auf Wiesen. So war ich zu Umwegen gezwungen, welche mich bald an den Rand des Schwarzwaldes drängten. Dort fuhr ich in Mühlingen an einer sich im Bau befindlichen Burg vorbei. Die örtlichen Hells Angels erfüllen sich damit ihren Bubentraum. Warum auch nicht.

In Ravensburg angekommen, erwartete den nichtsahnenden Fussballfreund RTL-Ikone Ulli Potofski (ich kann an keinem Girl vorübergehn) in leibhaftiger Gestalt. Fortan war kein Mikrofon mehr vor ihm sicher.  Geduldig lauschten die rechtschaffenen Oberschwaben über die scheppernde Lautsprecheranlage seinen Anekdoten aus dem Showbusiness. Potofski redete sich nun richtig in Schwung für die anschliessende Pressekonferenz.

Das Kehraus-Spiel verlief vor rund 500 Zuschauern wenig spektakulär und ging für die Ravensburger mit 1:2 verloren. Der VfR Mannheim war zu diesem Zeitpunkt bereits abgestiegen und wird in der kommenden Spielzeit mit der sechstklassigen Verbandsliga vorlieb nehmen müssen. Immerhin werden sie dort vor Ulli Potofski sicher sein.

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2 Antworten zu FV Ravensburg vs. VfR Mannheim (die Ulli-Potofski-Show)

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Etwas „in Vergessenheit“ gerieten auch die Kickers aus Würzburg (FC Würzburger Kickers eV von 1907). Zum Projekt „3×3 – Würzburg in 3 Jahren in die 3. Liga“ holte man Bernd Hollerbach als Trainer (ehemaliger Kickersspieler, später sehr erfolgreich bei St. Pauli). 473 Tage nach der Vorstellung des Projekts war es bereits geschafft (in der 1. Spielsaison): Kickers sind professionell angekommen! 10.504 Fans „Am Dallenberg“ beim entscheidenden Aufstiegsspiel gegen das Bundesliga-Gründungsmitglied 1. FC Saarbrücken. Fussballerisch ist die Story dazu heute schon fast „Standard“: Elfmeterschiessen nach Verlängerung – Torwart (hier Robert Wulnikowski) hält entscheidend (unten links). Danach Überfluten des Spielfeldes. Ich lese das im „Kickers Magazin“, das mir ein Freund aus Bad Oeynhausen (Westfalen) zustellte, der lange in Rimpar bei Würzburg wohnte (wo übrigens Bernd Hollerbach geboren wurde). Zusammen mit einem weiteren Freund (ehemals Stürmer Reichenau-Waldsiedlung!) treffen wir uns seit 15 Jahren im Mainfränkischen, sind also schon „Halbe Franken“. Würzburg ist „Franken“ – nicht „Bayern“. Das muss man wissen! Zusätzlich grosses Erstaunen: Am 8. Mai 1955 – lesen ich im Kickers Magazin (mit Bild), dass die Kickers in einem Vorrundenspiel um die Deutsche Amateur-Fussballmeisterschaft vor 5000 Zuschauern „an der Randersackerstrasse“ tatsächlich gegen den damaligen FC Konstanz spielten (3:1, das Halbfinale gegen Bad Homburg verlieren dann die Kickers 2:1). Vor mir steht ein veritabler „Randersackerer Ewig Leben“, Sylvaner trocken von 2013. Die Gegend ist hier voller Reben, Sylvaner die typische fränkische Sorte. Auch wenn heute die Kickers „Am Dallenberg“ spielen, so passt „Ewig Leben“ anscheinend exakt zur Würzburger Fussballgeschichte. Unverbindliche Schlussbemerkung: Da der FCK 1905 mit einem neuen Trainer in die neue Saison geht, könnte ich mir ein Projekt „1×1“ vorstellen. Sozusagen ein fussballerisches Fantastical.

  2. Wie immer ein Genuss… Würzburg kannte ich lange nur den WFV, von diesen erstand oder tauschte ich in den 90er-Jahren einen Aufnäher. Woher kann ich nicht mehr sagen, liegt dessen grösster Erfolg (2. Bundesliga 1976-1980) doch schon eine Weile zurück. Nach Konkurs und Neustart in der Kreisliga C, spielen diese heute immerhin wieder in der Bayernliga. Nun scheinen die „Rothosen“ die Würzburger „Blauen“ aber endgültig abgehängt zu haben. Den Aufnäher habe ich übrigens immer noch, ein FWK-Aufnäher wäre wohl die bessere Investition gewesen…

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