Zahlenspiele zum Thurgauer Derby

Mit einem klassischen Hattrick durch Wilhelmsen dreht der FCK das Thurgauer Derby beim FC Frauenfeld in einen 3:1-Sieg. Die Grenzstädter setzen sich damit von der  Thurgauer Konkurrenz bereits zu Beginn der Saison deutlich ab (9 Punkte vor Sirnach, ganze 10 Punkte vor Frauenfeld) und die 15-Jahres-Bilanz gegen den Rivalen aus der Kantonshauptstadt schraubt man auf eindrückliche 12 Siege – 3 Unentschieden – 2 Niederlagen. Zuschauermässig war es ein eher schwach besuchtes Derby (offiziell 350 Zuschauer, tatsächlich wohl eher 250). Darunter traditionell viele Kreuzlinger, 50 waren es mit Sicherheit (15x Juniorenabteilung, 15x Veteranen, 15x Fanclub, 5x Vorstand) plus eine unbekannte Anzahl Angehöriger der Spieler. Spiele gegen Frauenfeld machen einfach am meisten Spass, es stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die den Ball laufen lassen und nicht nur kämpfen wollen, dazu läufts auf dem Rasen meist sehr fair ab, an ein langweiliges Spiel gegen den Kantonsrivalen kann ich mich trotzdem nicht erinnern. Interessante Spieler sieht man auf der Kleinen Allmend ebenfalls regelmässig (diesmal Pascal Cerrone, 174 NLA-Spiele) und mit seiner schmucken Tribüne (1959 eingeweiht, die erste pfeilerlose Tribüne der Ostschweiz), wäre die Spielstätte ein würdiger Rahmen für 1.-Liga-Spiele. Beide Vereine spielen von der Stadtgrösse her mindestens eine Liga zu tief (Frauenfeld Nr. 30 der grössten Schweizer Städte, Kreuzlingen Nr. 35). Rein von der Einwohnerzahl gehören damit beide knapp in die Promotion League (Vereine Nr. 20 – Nr. 36). Ganz zu schweigen, dass es im Thurgau kein Aushängeschild gibt, ein Kanton mit 263’000 Einwohnern als fussballerisches Brachland. Das Kantonsderby der Thurgauer Fussball-Dinos (110 bzw. 109 Jahre alt) ist trotzdem immer einen Besuch wert.

Derby Portenos 3

Halbzeit, Fabian Wilhelmsen schoss uns anschliessend ins Glück, Foto: Yannick

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Spärlich besuchtes Kantonsderby, das waren noch Zeiten.

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Trotz Weitläufigkeit versprüht die Kleine Allmend seinen Charme.

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2 Antworten zu Zahlenspiele zum Thurgauer Derby

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Nach dem fcf.ch-Spielbericht muss es ein seltsames Spiel gewesen sein: Frauenfeld erwartete zum Derby – stand mindestens in einem Frauenfelder Vorbericht – , eine Spitzenmannschaft mit grossem finanziellen Hintergrund (!?). Also quasi ein Bayern München der zweiten interregionalen Gruppe 6. Und dann die Enttäuschung: Wir (Frauenfelder) waren ebenbürtig – Kreuzlingen nur cleverer. Anscheinend fehlt dem Thurgau noch ein gutes Stück Weg zur „Promotion League“, auch wenn das Städte-Einwohnerranking anders klingt. Guter Fussball und Stadtgrösse ist also nicht immer kompatibel. Schon eher Industrie und guter Kick. Typisch etwa in der Schweiz: Chemische Industrie und guter Fussball (wobei ab und zu in B. auch mal die falsche Pille geschluckt wird!). In diesem Zusammenhang ist interessant, dass zum Beispiel „Geist“ und „Fussball“ selten passend sind (Muss aber grundsätzlich beileibe nichts bedeuten!). In Deutschland etwa sind die alten, klassischen Universitätsstädte heutzutage ziemlich fussballerisches Entwicklungsland: Heidelberg, Tübingen, Göttingen, Marburg, Giessen, Erlangen, Greifswald und andere. Nun ist ja Kreuzlingen auch mindestens „Hochschulstadt“ – mit Konstanz zusammen sogar Universitätsstadt. Hoffentlich kein ungünstiges Omen!
    Was die Frauenfelder „ovale Arena“ betrifft, so mag sie vielleicht noch einen gewissen „Charme“ vermitteln, doch ist dieser eben altertümlich: Fussball wird heute „näher zugeschaut“. Eine Rundlaufbahn ist nur noch in sehr grossen Stadien annehmbar – etwa in Berlin. Bereits in Zürich, der reichen Stadt, ist das „Letzi“ irgendwie das Letzte – fussballbezogen. Der Thurgau hatte schon immer Mühe, atmosphärisch interessante Fussballplätze zu schaffen. Ob das mit dem Begriff „Brachland“ zusammenhängt (fussballerisch), weiss ich nicht. Die gegenwärtige „FCK-Arena“ gehört auf jeden Fall – auch wenn sie ein Behelfskonstrukt darstellt – , mit zu den atmosphärischsten Anlagen mindestens dann, wenn sie gut gefüllt ist – so ab 4-5-600 Enthusiasten. Solche Zahlen sind auf Dauer anzustreben! Und mal ein Lob den Sportsfreunden, die die FCK-Mannschaft öfter auch auswärts beklatschen. Braucht es eben auch. Hängt für einmal nicht von der Stadtgrösse ab.

  2. Der fcf.ch-Spielbericht war auch taktisches Vorspiel, wir die Kleinen, eigentlich chancenlos, dort die Übermächtigen und dann wollte man die vermeintliche Überraschung schaffen und den eigenen Sieg ins noch hellere Licht rücken! Auch sowas gehört zum Derby.
    Das mit den Uni-Städten ist mir auch schon aufgefallen, Konstanz reiht sich als junge Uni-Stadt dabei nahtlos ein. Woran mag das liegen, einfach nur Zufall? Es müsste ja zumindest für den Spitzen-Amateurfussball immer ein grosses Reservoir an Spielern haben. Der Handball profitiert stark davon, man könnte meinen heute wäre die Zeit vom Hochschul-Handball und Arbeiter-Fussball vorbei.
    Mit der Rundbahn gebe ich vollkommen recht, die stört fast überall, auch in Frauenfeld, im Burgerfeld. In Singen hat man das mittlerweile behoben. Der Letzigrund ist ganz schlimm. Architektonisch ambitionierte Stadien funktionieren nur selten.Das Westfalen-Stadion, architektonisch simpel, schlägt die Arena in München als stimmungsvolles Fussball-Erlebnis um Welten. Das liegt nicht nur am Publikum, auch in Dortmund gibt es Scharen von Event-Touristen. Stimmungsvolle Stadien müssen eng sein, die Konzentration muss aufs Spielfeld gerichtet sein und nicht in die Weite. Luftiges wie der Letzigrund mag Architekturpreise gewinnen, aber nicht die Herzen des Fussballpublikums. Allerdings sind auch die langweiligen Kästen (Dresden, Essen, Offenbach und sehr viele mehr), wie sie gerade in Deutschland in den letzten Jahren entstanden sind, nicht das gelbe vom Ei. Für mich viel interessanter sind die langsam gewachsenen in England, mit Tribünen aus diversen Epochen, sie lassen die Geschichte eines Vereins erlebbar machen. Sowas lässt sich natürlich schwer planen.
    Selbst die kleinen Thurgauer Fussballplätze schneiden atmosphärisch schlecht ab. Ich vermisse einen städtischen Quartierplatz wie etwa den Pestalozzi-Platz des FC Rorschach. Als Tribüne ist die Kleine Allmend mit ihren bescheidenen 350 Plätzen noch fast 60 Jahre (!) nach Grundsteinlegung das Mass aller Dinge unter den Thurgauer Fussballplätzen. Bescheidenheit kann auch zum Hemmschuh werden. Eine interessante Anmerkung zur FCK-Arena, die 4-600 Zuschauer decken sich auch mit meiner Erfahrung, an den wenigen Spielen mit diesen Zuschauerzahlen war wirklich eine Atmosphäre zu spüren, es kam Fussballstimmung auf.

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