Zeitspiel – Endlich ein Magazin für oldschool-Fussballfreunde

Kurz vor Erscheinen der Zweitausgabe wird es höchste Zeit für einen Rückblick auf die Premierenausgabe des derzeit spannendsten Heftes auf dem deutschsprachigen Fussballzeitschriften-Markt. Völlig neu an der Themenwahl: Zeitspiel – das Magazin für Fussball-Zeitgeschichte widmet sich vornehmlich den Traditionsvereinen unterhalb der obersten Ligen. Es erscheint vierteljährlich in einer Auflage von 2’500 Exemplaren zum Preis von 7,80 Euro im Direktbezug.

Zeitspiel Titel 1   Zeitspiel FCK 1

Mit Genuss gelesen werden Rubriken wie Gästeblock (erinnert wunderbar an das „1000 Tipps für Auswärtsspiele“), Fankurve (Borussia Neunkirchen), Groundhoppers Dream (Montserrat), Global Game (spannender Überblick der „berühmtesten“ Klubs von Tansania), Shootingstar (TSV Steinbach und sein Siegeszug durch die hessischen Amateurligen), Hagen Leopolds Collectors Corner (genial! diesmal Autogrammkarten von Fritz Walter), Jays Corner (Berliner FC Preussen), Was war da los? (Spandauer SV, herrlich: von Spandau lernen heisst Siegen lernen) und Mottenkiste (der erste Teil einer Trilogie über den Schlesischen Fussball, grafisch ansprechend und akribisch aufbereitet) und schliesslich noch Buchmacher und Fanabteilung mit Lesetipps (Danke an dieser Stelle für die sympathische Vorstellung des Grenzstadtkuriers!). Aufwendig recherchiertes Titelthema: Überleben im Turbokapitalismus (hier durfte ich einen kleinen Schweiz-Text beisteuern), sehr spannendes Thema, welches man als Fan oder Vorstandsmitglied eines ambitionierten „Amateur-„vereins nur zu gut kennt. Ausserdem widmet sich das Lokalrunde-Klubporträt dem FC Kreuzlingen und in der nächsten Ausgabe (Titelthema Aufstiegsspiele) schafft es vielleicht unsere Willy-Scheepers-Story von 2004. Damit hat der FCK sein Potential fürs Zeitspiel wohl vorerst ausgeschöpft, aber es warten noch so viele spannende Themen, was für eine Vorfreude auf die nächsten Ausgaben!

spandau

Kurzum, das Heft beinhaltet genau die Themen über die wir Fussballverrückten immer am Spielfeldrand und im Clubhaus ganz selbstverständlich diskutieren. Man spürt, die Herausgeber kommen direkt aus unserer Mitte, beschäftigen sich mit denselben Themen seit Jahrzehnten und lieben das einfach. Dabei geben sie sich frei vom kommerziellen Erfolg, es ist einfach das Magazin das sie selber lesen wollten. Von der Herangehensweise ähnelt es also einem überregionalen Fanzine, wenn auch mit professionellem Qualitätsanspruch. Das halten die Macher auch locker, kein Wunder bei der Erfahrung welche Hardy Grüne und Frank Willig vorweisen können.

Ein Magazin mit Bratwurstgeruch schrieb die Süddeutsche Zeitung – Für Leute wie uns ein Kompliment.

Das Magazin ist vorerst nur im Direktbezug erhältlich: http://www.zeitspiel-magazin.de

Seagulls Roar! empfiehlt: sofort zugreifen.

grüne willig

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Eine Antwort zu Zeitspiel – Endlich ein Magazin für oldschool-Fussballfreunde

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    A propos Spandauer SV: Der Verein existiert heute per Amtsgerichtsbeschluss (Charlottenburg) im Prinzip nicht mehr. Das Insolvenzverfahren läuft, schleppt sich noch – laut BZ – bis 2016 hin. Geld wird gesammelt, um wenigsten die Abwicklung bezahlen zu können. Wenn ich weiter lese, dass „nur 115’000 Euro“ fehlen, zeigt sich die Diskrepanz zu den Grossen des Fussballsports, wie dort Summen auch nur für einen einzelnen Spieler im Gespräch sind. Es geht beim SSV sicher nicht nur um diesen Betrag, sondern der gesamte Verein müsste wohl reorganisiert werden, um wieder „auf Linie“ zu kommen. Der Verein steht da bekanntlich nicht allein: Auch die Schweiz hat regelmässig ähnliche „Müschteli“ aufzuweisen. So Servette Genf, Xamax, auch mal Wil, usw. Einige rappeln sich wieder hoch, andere tauchen ab. Übrigens sind meine drei Berliner Enkel eigentlich „Spandauer“, obwohl sie auf der anderen Seite der Stadt wohnen. Nur lag die Geburtsklinik eben an der Havel. Und da liegt bekanntlich der Stadtbezirk Spandau.

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