Ein verlorenes Spiel aber ein gewonnener Spieltag

Spiele gegen Seefeld sind für mich so typische 1.-Liga-Spiele, dass ich im Hafetschutter schon von „unserer 1.-Liga-Gruppe“ schrieb, nach dem gestrigen Spiel sind die Zürcher diesem Ziel näher, trotzdem war es ein positiver Spieltag für den FCK.

Vor dem Spiel waren die heimischen Zuschauer verunsichert, für einen Sieg sprach die Heimstärke der Kreuzlinger, dagegen die vielen kassierten Treffer in den letzten Spielen. Der FC Seefeld war der erwartet routinierte Gegner, angeführt von ex-GC-Spieler David Blumer und dem starken Nikolaj Gavric. Es war ein verhältnismässig hochstehendes 2.-Liga-Interregio-Spiel und am Ende gewannen die Zürcher mit 1:2 (Spielberichte), strittige Schiedsrichterentscheide wurden noch lange nach Spielende leidenschaftlich diskutiert und auch der launige Trainertalk im Club-Beizli machte Freude.

Seefeld 2015

Zur offiziellen Zuschauerzahl von 350 trugen auch Flüchtlinge vom AOZ Kreuzlingen bei. Der Einladung vom FCK folgten deutlich mehr als die erwarteten 20 und so konnten diese etwas Abwechslung in ihren Alltag bringen. Begleitet wurde die Aktion von „Des sourires pour le Togo„. Während einige früher gingen (oder wechselten sie nur die Spielfeldseite?), liessen sich andere am Ende von der spannungsgeladenen Stimmung anstecken. So ist es eben, die Menschen sind überall verschieden und sich damit wieder ähnlich.

FC Kreuzlingen (Gruenweiss) gegen FC Seefeld Zuerich in der FCK-Arena im Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 24. Oktober 2015 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

FC Kreuzlingen (Gruenweiss) gegen FC Seefeld Zuerich in der FCK-Arena im Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 24. Oktober 2015 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

Am letzten Meisterschaftsspieltag geht es nach Sirnach (Sonntag, 1.11.15, 14.00 Uhr), danach im Cup erneut zum FC Rüti (Sonntag, 8.11.15, 15.00 Uhr). Ein interessantes Schlussprogramm vor der Winterpause.

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4 Antworten zu Ein verlorenes Spiel aber ein gewonnener Spieltag

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Wohin die FCK-Reise geht, wird sich nun im kantonalen Auswärtsmatch gegen Sirnach zeigen. Es ist dies eine elementare Frage! Die FCK-Resultate sind zu „verblüffend“ – positiv, wie negativ. Nun habe ich das Spiel gegen Seefeld nicht gesehen. Halte mich wiedermal in Berlin auf, sah gestern meinen Wohnungsvermieter und Unionsfan in grosser Trauer heckenschneidend: Paderborn (neu: Effenberg an der Seitenlinie!) führte bei den Eisernen bereits nach 6 Minuten 2:0. Und so blieb es auch. Da gings dem FCK ja noch Gold, wie ich lese. Mit einer Niederlage habe ich gerechnet – mit einer höheren sogar. Massstab: Das Tabellenbild! Dazu ein einfacher Tipp: Am FCK-Torverhältnis sollte schleunigst gearbeitet werden! Thema dazu, u.a.: Verlorene Zweikämpfe, Passungenauigkeiten als Basis für stetigere Erfolge. In einem Spielbericht wird das richtigerweise angesprochen. Nun schossen die Hinterthurgauer, lese ich, ebenso 4 Tore in Mels, und kassierten 4. Beide Mannschaften gehören nicht zu den Gruppenfavoriten, wie Kreuzungen. Eigenartig. Es bleibt viel zu tun. Das Spiel im Hinterthurgau muss schlicht gewonnen werden. So früh kann man sich vom Streben nach der 1. Liga denn doch nicht verabschieden. Zwar steht noch eine zweite Saisonhälfte an. Doch Wunder sind bei Seefeld eher nicht zu erwarten. Es strebt deutlich. Übrigens: Hier, am Zürichseeufer, existiert u.a. – ein kleines Corbusier-Museumshaus, zudem das Kultlokal „Altes Lebewohl“-Gebäude, in dem früher Hühneraugenpflaster produziert wurden, und in dem heute Musik und Kleinkunst zelebriert wird. Und so ist es denn vorstellbar, dass der FC Seefeld den anderen 2. ir-Gruppenmannschaften tatsächlich zum Saisonende „Lebewohl“ sagt! Es sei denn, der FCK „explodiert“ – mit oder ohne Hühneraugen!

  2. Herr Elfmeterpunkt schreibt:

    Etwas verstehe ich nicht ganz: Inwiefern war dies ein „positiver“ bzw. „gewonnener“ Spieltag für Kreuzlingen?

    • Bruno Neidhart schreibt:

      Auch wenn „Sport“ von „Politik“ stets zu trennen ist, kann der Blickwinkel eines Sportvereins auch mal über das Spielfeld hinaus erweitert werden, wenn Zusammenhänge offensichtlich sind. So ist die Flüchtlingssituation 1946 auf dem FCK-Platz an der unteren Konstanzerstrasse, die mit einem treffenden Bild bei „The Seagulls Roar!“ eindrücklich dokumentiert ist, mindestens im Kern – Fluch, Vertreibung – vergleichbar mit den Ereignissen, wie wir sie heute leider wieder erleben. Unweit des ehemaligen FCK-Platzes wird in der Stadt zudem eine staatliche Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung betrieben. Das neutrale, situationsbedingte Engagement des FCK ist im ganzen Umfang „positiv“ zu bewerten.

  3. Da bin ich zu wenig drauf eingegangen, es erreichten uns sehr viele positive Rückmeldungen auf den Flüchtlingstag, daneben sollte man noch erwähnen, dass auch unter der Woche etwa 300 Flüchtlinge auf unseren Plätzen Fussball spielen dürfen. Ausserdem war es für das zahlreiche Publikum ein spannendes Spitzenspiel, ich denke das Gesamtpaket „Spielbesuch beim Amateurfussball“ stimmt einfach beim FCK, dazu gehört für mich auch die Talkrunde nach dem Spiel, die Festwirtschaft, das Gewinnspiel in der Pause, die mediale Begleitung etc. Ausserdem war der Spieltag über den gesamten FCK gesehen erfolgreich, unsere D2-Junioren sind aufgestiegen und fast alle anderen Teams feierten Kantersiege in ihren Meisterschaften.

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