Ein enttäuschender Abschluss

Zum letzten Meisterschaftsspiel der Vorrunde ging es zum südlichen Kantonsrivalen nach Sirnach. Der Emporkömmling aus dem Hinterthurgau befindet sich im kompletten Umbruch (neuer Vorstand, neuer Trainer, zahlreiche Spielerwechsel, ungelöste Infrastrukturprobleme) und überwintert auf einem Abstiegsplatz. Kein Grund um gegen den FCK eine Niederlage einzufahren.

Vor dem Spiel beschlich den Kreuzlinger Fan ein ungutes Gefühl, wenn auch nicht von allen getragen. Vor allem die Parallelen zu Mels wurden diskutiert. Gerade wo der Sachverstand fehlt, versucht sich der Fan an Fakten zu klammern. So wurde die Kürze der Plätze in Mels und Sirnach (jeweils 100 Meter) gegenüber dem Hafenareal (107 Meter) ausgiebig diskutiert, genauso wie die ruppige Spielweise der Mannschaften aus der Abstiegszone (Mels 46 Strafpunkte, Sirnach 39, Kreuzlingen 29) und die Abergläubigen führten zu guter Letzt gar noch die gleichen Vereinsfarben von Mels und Sirnach ins Feld.

Das Spiel präsentierte sich vor 280 Zuschauern dann über weite Strecken fehlerbehaftet (Spielbericht). Der Ex-Kreuzlinger Jelid Veliu wurde Man of the Match (zwei Tore, Gelb-Rote Karte) und der FCK geht mit acht Punkten Rückstand auf den FC Seefeld in die Winterpause. Falls der Zürcher Quartierverein weiter konstant spielt, können die Grenzstädter ihre Aufstiegsträume fast schon begraben. Schade, passt so gar nicht zur derzeitigen Atmosphäre im Verein, wo alles nach Erfolg riecht. Bis auf ein einziges Team überwintern sämtliche FCK-Mannschaften unter den Top 3 ihrer Liga und auch neben dem Platz läuft richtig viel beim Traditionsverein. Am 14. November steigt eine grosse FCK-Family-Party in der Bodensee-Arena und im nächsten Sommer gönnt man sich zum 111-jährigen Vereinsjubiläum ein attraktives Freundschaftsspiel, dies nur zwei Eckdaten von zahlreichen Anlässen.

Nach dem Spiel traf ich unseren Ex-Spieler Dejan Misic, jetzt im Dienste von Sirnach und mir persönlich vor allem seit dem Auswärtsgemetzel beim FC Linth 04 und der anschliessenden Fahrt ins Kantonsspital Glarus in bester Erinnerung. Was hatte er zu sagen? „Dieser Platz liegt dem FC Kreuzlingen nicht“, zwar sei dieser nicht so schlimm wie in Mels, aber er passt trotzdem nicht zum Spiel der Grün-Weissen. Manchmal treffen sich auch Fachverstand und Fan-Magie.

Nachtrag: Selten, ganz selten zieht es gar Fussballfans aus Basel in die tiefe Ostschweizer Fussballprovinz. Beni von der Kleinbasler Fussballkultur-Bar „didi:offensiv“ sah sich das Kreuzlinger Spiel in Sirnach an, mehr über den Grund seiner Reise in der Winterpause.

Sirnach 2

Foto: fcsirnach.ch

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Eine Antwort zu Ein enttäuschender Abschluss

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Wenn im Spiel gegen zwei Mannschaften im Abstiegsbereich nur ein (1) Punkt heraus schaut, ist das ordentlich zum Verzweifeln. Nun haben wir in der Hinterhand immerhin noch die 7 Meter kürzeren Spielfelder, um uns zu trösten. Aber wahrscheinlich ist es schon so, dass unsere FCK-ler das Tor 3,5 Meter weiter hinten auch nicht eher getroffen hätten. Und hätte unser Keeper die Bälle 0,5 Sekunde später eher pariert? Das Problem liegt wohl mehr „im System“: Auf dieser Amateurebene ist eine stringent aggressive Spielweise – manche bezeichnen sie als „ruppig“ – eben auch ein Mittel, um einigermassen zu bestehen. Mit „Schönspielen“ – sagt meine Fussballweisheit – ist dann Schluss, wenn zur noch so brillanten Technik der Spieler das „Beherrschen des konternden Gegners“ nicht gelingt, in dem es an einer gesunden, quick lebendigen Zweikampfaggressivität happert (z.B.). Sich nur dem Schönen hingeben zu wollen, gar einer fussballerischen Ästhetik, ist auf diesem Niveau trügerisch – zumal auf einem „Kartoffelacker“. Aber so arg muss es ja weder in Rheintal, noch im Hinterthurgau ausgesehen haben!
    Wenn diesem Spieltag aus FCK-Sicht dennoch Positives abzuringen ist, so der Blick auf die anderen vorderen Mannschaften der Liga. Da hat einzig der Leader knapp dreifach gepunktet. Die anderen haben hingegen auch nicht eben brilliert. Bemerkenswert ist bei dieser Gelegenheit der Vormarsch des Kantonsrivalen aus Frauenfeld.
    Was ist zu tun? Das muss der Trainer wissen. Er ist zuständig zu erkennen, ob das gegenwärtige FCK-Spielsystem mit den gegenwärtigen Spielern noch stimmig ist. Oder ob in der zweiten Saisonhälfte einige andere Akzente zu setzen sind. Und für das Cupspiel in Rüti – wenn ich richtig orientiert bin! – wäre zu wünschen, dass die „Hafetschutter“ diesmal besser bestehen können. Das würde immerhin die Vorfreude der Zuschauenden auf die zweite Saisonhälfte deutlich unterstützen. Und „unterstützen“ ist das Wort: Ohne geht es nicht! Noch ist der FCK „oben dran“. Und Wunder gibt es bekanntlich immer wieder – nicht nur im Schlagertext.

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