Wechselspiele

Spiele  gegen den FC Freienbach waren fast immer hochstehend und spannend. Auf das gestrige Spiel gegen die Schwyzer traf nur letzteres zu. Überraschend war das nicht, denn beide Teams hatten viele Spielerwechsel während der laufenden Saison. Das die vielen Mutationen nicht im Sinne der Trainer waren, konnten die regionalen Fussballfreunde im anschliessenden Trainertalk erfahren. Doch sind die vielen Wechsel wirklich so aussergewöhnlich? Der Seagulls Roar! hat nachgezählt, unten stehend die Zugänge der einzelnen Vereine unserer Gruppe seit dem 1. Juli 2015. Es ist schon lange eine Mär mit den treuen Amateurspielern auf dieser Stufe und da der FCK die letzten Jahre deutlich weniger Spielerwechsel hatte, lässt sich wohl auch der Vorwurf der überdurchschnittlich vielen Mutationen beim FCK entkräften.

225 Zuschauer fanden sich im Hafenareal ein und waren vor allem gespannt auf das Debüt des Challenge-League erprobten Enack Kilafu. Er machte seine Sache ordentlich, Matchwinner waren aber der gebürtige Kreuzlinger Mido Arifagic als Torschütze zum sieg bringenden 1:0 und vor allem der herausragende Keeper Silvano Kessler (Spielberichte). Am besten gefiel die kämpferische Einstellung des Teams. Am nächsten Samstag geht es weiter mit der Cup-Partie gegen den FC Rothrist.

Hier nun die Zusammenstellung der Neuzugänge seit dem 1. Juli 2015

FC Sirnach 19 Neuzugänge, FC Kreuzlingen 17 Neuzugänge, FC Wil 16 Neuzugänge, FC Uzwil 14 Neuzugänge, FC Freienbach 12 Neuzugänge, FC Frauenfeld 12 Neuzugänge, FC Seefeld 11 Neuzugänge, FC St. Margrethen 10 Neuzugänge, FC Linth 9 Neuzugänge, FC Rüti 9 Neuzugänge, FC Widnau 7 Neuzugänge, FC Gossau 6 Neuzugänge, FC Uster 5 Neuzugänge, FC Mels 3 Neuzugänge, Quelle: transfermarkt.ch

Schnitt: 11 Neuzugänge pro Saison

SCHWEIZ FUSSBALL 2. LIGA INTERREGIONAL

Foto: Mario Gaccioli, Kreuzlingen

Alternativ-Tipp des Tages: Zur EM 2016 Tschuttiheftli- statt Panini-Bildli sammeln. Die Tschuttiheftli-Sticker kommen am 8. April 2016 auf den Markt und alle Porträts wurden von ausgesuchten Künstlern und Künstlerinnen gestaltet. Die Einnahmen kommen kulturellen und karitativen Projekten und Organisationen (aktuell Terre des hommes) zugute. Infos: Tschuttiheftli

 

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7 Antworten zu Wechselspiele

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Ein bezauberndes Mittemärzwetter! Das wars dann aber in grossen Zügen schon. Gewöhnen darf man sich nicht an solch fussballerische „Leckerbissen“. Nun, es ist tatsächlich Frühling. Manche Tiere wechseln Fell oder Federn. Und den Wechsel innerhalb von Fussballmannschaften gibt es analog eben auch. Eine Teilerklärung. Zudem glich das Geläuf auf Klein Venedig eher einer Hasenheide (persönliche Naturempfindung!). Der Ball hoppelte ungewöhnlich und war gegen die Techniker. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, man hätte nochmals auf Kunst gespielt und das Frühlingsgrün geschont, um dann auf einer perfekten Spielfläche vehement zum entscheidenden Saisonende hin zuschlagen zu können…..!
    Übrigens: Freienbach gefiel durchaus, hätte eigentlich gewinnen müssen! Die Abschlussschwäche muss besonders für seine Fans – neben mir stand einer davon – alptraumhafte Züge angenommen haben. Dieser saloppe Herr drehte sich jeweils brummend um die eigene Achse. Und rauschte mal ein Ding kraftvoll wie es sein sollte zwischen die Stangen visiert, stand, flog und tauchte hier ein tüchtiger FCK-Torwart. Sein grossräumiges Herauslaufen war eher weniger beeindruckend, aber wohl eher einer ziemlich löchrigen Hintermannschaft geschuldet. Freienbach war in dieser Position deutlich besser besetzt. Dadurch hatte der FCK kaum eine Möglichkeit, sich entscheidend durchzusetzen. Das tabellarische Torverhältnis gibt übrigens Auskunft über das vordere und hintere Vermögen einer Mannschaft. Gekämpft wurde – o.k.! Eine Grundaufgabe. Es sollte im Saisonverlauf jedoch noch einiges mehr dazu kommen, wenn man man „aus eigener Kraft“…….usw.! Die Sterne in der ominösen Gelb-Rot Punktewertung stehen ja im Moment recht günstig. Man darf nicht an ihnen rütteln. Schon ein Motzen gegen den Schiri könnte vielleicht über Aufstieg und Enttäuschung entscheiden. Ein sehr gewagter Vorgriff. Oder eine Aufmunterung?
    Nachwort: Überflüssig war samstags ein gelegentliches Rendez-vous des Schiris an der Seitenausgrenze, auch wenn solche „Spielsituationen“ fast regelmässig auf den grossen Plätzen als spannende Beigabe an das Publikum gedacht sein sollten. Im Saisonverlauf ist eben manches „nicht zu fassen“, was sich auf dem Rasen abspielt und was auf ihm entschieden wird. Aber was weiss man bereits an der Kasse? Es ist Fussballzeit! Und Mannschaftsbetreuer wissen das auch……

  2. Pete schreibt:

    Danke dem Verfasser für die interessante Auflistung der Neuzugänge: Da wird wieder einmal deutlich aufgezeigt wie Krank der Amateurfussball geworden ist !

    • Bruno Neidhart schreibt:

      Das Spontane, Unüberlegte, Beeinflussbare ist ein generelles Zeichen der Zeit. Man muss nur mal lesen, was da als Schrott im „Netz“ (also nicht Fussball-Netz!) unterwegs ist – von der Politik zur Kultur bis zum Sport, usw. Ich glaube jedoch nicht, dass ausgerechnet der Amateurfussball deswegen grundsätzlich auch „krank“ ist, wie „Pete“ vermerkt: Der Amateurfussball ist mit seiner „Kaderwechslerei“ aber durchaus etwas dem „Zeit-Zeichen“ unterworfen, dem Unbeständigen, Untransparenten, Unzuverlässlichen. Das schon. Damit hat sich an vorderster Stelle dann ein Trainer zu befassen, der jede Saison einen anderen Kader vorfindet, der nicht immer mit der „abgelieferten Leistung“ kompatibel sein muss, wie diese noch in der vergangenen Saison präsentiert werden konnte – mit anderen Spielern, mit vielleicht besseren oder mindestens solchen, welche die Intentionen des Trainers vorteilhafter umzusetzen vermochten.
      Vom „Zeit-Zeichen“, also einer nicht mehr so beständigen Welt, die auch den Einzelnen verwirren kann, sind tatsächlich auch Trainer nicht verschont. So las ich gerade, dass der FCK-Trainer abrupt nicht mehr weiter machen möchte, da für die neue Saisonplanung ein anderer Trainer ins Vorfeld gerückt wurde.
      Was mir zum Thema „Wechsel“ auffällt ist, dass die Kader auch bei Amateuren zur Zeit sehr gross sind. Folgerichtig kommen einige Spieler wenig oder kaum zum Einsatz. Jedoch alle wollen spielen. Das ist positiv. Deswegen sind sie auch im Verein. Und nicht alle sind erfreut, wenn sie dann mal in der Zweiten eigesetzt werden (wenn das heute noch so ist!). „Früher“ – ein nicht unbedingt positiv besetzter Begriff, es stimmt! – war der Kader kleiner. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kam man somit öfter zum Einsatz. Nicht selten musste – oder durfte – ein Standardspieler der Zweiten in der Ersten auflaufen. Zudem waren etwa die 50er bis 80er Jahre mehr von Sesshaftigkeit geprägt. Als Amateur hatte man in der Regel eine sichere Stelle vor Ort. So konnte man sich mit dem Verein identifizieren. Ein weiterer, nicht unwichtiger Aspekt ist das Heranziehen einiger Spieler aus dem Jugendkader, um zumindest eine gewisse Zeit dem Verein zu „dienen“ (letztere Bemerkung mag heute eben auch nicht mehr so im Fokus stehen!). Dass die Besten der Hochkömmlinge unter den Jugendlicheren dann nach 2-3-4 Jahren von einem potenteren Klub weggezogen werden: Gegen diesen Umstand war schon früher kein Kraut gewachsen. Die entsprechenden Spieler sollen sich ja auch weiter entwickeln und profilieren können. Das ist o.k.
      Eine andere Möglichkeit wäre, dass die sportlichen und finanziellen Bedingungen im Heimatklub derart positiv sind (z.B. aufsteigen!), dass ein Wegzug vielleicht mal nicht gleich die erste Wahl sein würde. Für sehr gute Spieler auf einer nicht unbedingt attraktiven Amateurebene kann es tatsächlich kaum erstrebenswert sein, stets in der gleichen Liga zu verbleiben. Das muss man schon auch verstehen. Und dann kommen zu den monierten vielen Wechseln eben noch Verbandsparagraphen, die solche Veränderung anscheinend ermöglichen. Ein schwieriges Feld für Vereine und deren Verantwortlichen auf allen Ebenen. Und wenn dann eines Tages ein „potenter Gelbgeber mit fussballerischen Ideen“ (!) erscheinen sollte, wird sowieso alles anders sein. Auch so ein Zeit-Zeichen. Die Erfahrungen sind hier allerdings höchstens fifty-fifty. Fussball braucht auch Glück.

      • Bruno Neidhart schreibt:

        Mit „Gelbgeber“ hatte ich mich selbstverständlich verschrieben, wie ich beim Durchlesen bemerke. Wir bleiben schon beim FCK-„Grün-Weiss“……!

  3. „Die 50er- bis 80er-Jahre waren mehr von Sesshaftigkeit geprägt“, dies überrascht mich weniger, jedoch überraschten mich die 30er-Jahre in meiner Recherchearbeit. Reger Austausch von Spielern quer übers Land, auch in der 1. Liga gang und gäbe, angereichert mit internationalen Star-Spielern und ein ausländischer Trainer gehörte fast zum guten Ton. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob das nur eine spezielle Erscheinung im Fussball war oder dem Zeitgeist dieses Jahrzehnts entsprach. In den Dokumentationen zu jener Zeit erfährt man ja verhältnismässig wenig über „Alltagskultur“.

  4. Eine 2. Mannschaft in der 3. Liga wäre betreffend richtiger Grösse des Kaders hilfreich. Den einen Einsatz in der 5. Liga wollte die sportliche Leitung bis anhin, und richtigerweise nur auf freiwilliger Basis vorsehen, wurde allerdings schon von einigen genutzt, immerhin…

  5. Pete schreibt:

    Nun ja, Jedem seine Meinung:-)Man sollte sich aber nicht hinter „Ausreden“ verstecken. Bei aller liebe zum Verein und zum Amateurfussball: Wenn ein Club in einer Saison 19 oder 17 oder auch 15 Transfers tätigen muss/will ist das auf der Stufe 2.Liga Interregio sehr wohl krank! Es stellt sich die Frage wo denn die ganzen Spieler hin wandern….ganz sicher nicht in höhere Ligen oder wenn dann nur ganz ganz selten! Die rennen dem Geld nach, dass ist so und da müssen wir uns nun wirklich nichts vormachen. Und was passiert wenn zig Spieler einen Verein verlassen? Man „postet“ munter drauf los und seien wir ehrlich: Dann werden die entstandenen Lücken wieder mit neuen zugekauften Spielern aufgefüllt. Nachwuchs hin oder her….die sollen gefälligst im „2“ spielen….es tönt hart aber es ist die schonungslose Realität. Man schaue sich nur mal den „Fall“ FC Sirnach genauer an…wenn das nicht Krank ist was ist dann gesund?? 🙂

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