Einsiedeln und Widnau!

Wie meinte vor dem Spiel ein alter Hase unter den mitgereisten FCK-Zuschauern: Es gibt nur zwei Plätze auf denen wir noch nie gewonnen haben, Einsiedeln und Widnau!

Im Rheintal kommen die Zuschauer auch bei strömendem Regen und 6 Grad in Scharen. 310 Zuschauer waren diesmal beim Zuschauerkrösus der Liga zugegen. Trotz sportlich langer Durststrecke.

Widnaus neuer Trainer Sven Sonderegger stellte um. Torjäger Irisme gab einen gestenreichen Verteidiger mit Showtalent ab, der die (wenigen Kreuzlinger) Zuschauer und Spieler in den Wahnsinn trieb. Derweil beschränkte sich das ganze Widnauer Team fast schon devot (Der Rheintaler) auf Konter. Fast das ganze Team, denn vorne stand Torschützenkönig Abdoski und lauerte auf seine Chance.

Die Kreuzlinger bissen sich die Zähne aus. Je nach Quelle 65 bis gefühlt 80% Ballbesitz. Trotzdem, Widnau war gefährlich. Weil sie einfach – aber mit Plan spielten. Gestört wurde im Mittelfeld mit spielerischen Mitteln, weiter hinten mit der Brechstange. Dann einfach Bälle nach vorne. Irgendwann wird Abdoski schon abstauben. In der 73. Minute war es soweit. 1:0 Abdoski. Der Sportplatz Aegeten bebte, 290 Zuschauer jubelten wie beim grossen Fussball. Könnten sich die Zuschauer im Hafenareal auch mal abschauen. Wenn sie denn auch auswärts mitfahren würden.

Nach dem Spiel hörte man sich um. Die Widnauer sprachen von einem Spiel auf hohem Niveau, die Kreuzlinger von viel zu wenig spielerischer Substanz und einer Partie die man niemals verlieren dürfte. Verschiedener Anspruch und verschiedene Wirklichkeit.

Einsiedeln und Widnau! hörte ich noch jemand rufen, dann ging es zurück nach Kreuzlingen.

widnau

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Eine Antwort zu Einsiedeln und Widnau!

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Fluch oder Segen? Beide Attribute haben mit Fussball zu tun. Zum Beispiel würde ich „Segen“ einmal so definieren: Elfmeterpfiff in der 94. Minute beim Stande von 0:0 nach einem Foul das keines war mit anschliessender Verwandlung des Strafstosses zum finalen 1:0. Bei „Fluch“ ist es, was nun den FCK betrifft, einfacher: Er hat fussballkulturgeschichtlich exakt mit Widnau oder Einsiedeln zu tun. Die Frage drängt sich also auf: Was wäre gegen die zwei Flüche zu tun? Im Widnaufall vielleicht ein Mauern und Rackern bei gelegentlichen Kontern, ganz „analog“ der Reinthaler. Das würde allerdings der Philosophie des FCK nicht ganz gerecht. Das gepflegte, „digitale“ Spiel, wie immer man das definiert, ist traditionell eben Sache der „Hafetschutter“. Man könnte dazu einfach auch „fussballerische Qualität“ sagen. Dass jedoch Qualität auch zum Fluch werden kann ist allerdings fussballerischer Alltag.
    Bei Einsiedeln fällt mir wenig ein. Oder doch! Vielleicht ist die ungewöhnliche Meereshöhe von 900 Metern der Fluch (Sauerstoffmangel). Hier würde sich vielleicht eine Akklimatisierung am Sihlsee einen Tag vor dem Spiel eignen. Allerdings wäre es auf dieser Ligaebene der Albtraum des FCK Vereins-Finanzverantwortlichen und geht wohl höchstens nur dann, wenn in 1, 2 oder 3 Jahren – etwa in der Romandie oder im Tessin – ein entscheidendes Aufstiegsspiel zur – sagen wir mal – „Tschäläntschliga“ ansteht. Möchte jedoch nicht zuviel vorgreifen…..! Ansonsten bietet sich im Wallfahrtsort Einsiedeln noch ein Anflehen der Schwarzen Madonna oder des heiligen Meinrad an (861 ermordet). Solche Aktionen gehören allerdings eher ins fussballerische Repertoire von südländischen Mannschaften. Nun bleibt schliesslich nur noch die Angstfreiheit vor Spielstätten, denen scheinbar ein Fluch unterlegt ist. Das wiederum wäre eine Angelegenheit der Psychologie. Vertrackt.
    Und zum Schluss doch noch das einfachste Rezept: Gut spielen – besser als der Gegner! Aber was nützt das, wenn man in der 94. Minute einen ungerechtfertigte Penalty einfängt? zum Verzweifeln. Manchmal versagen einfach alle Rezepte im Fussball – wie im Leben!

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