Bloss keine Jubiläumsjahre!

Typisches Kehrausspiel bei sommerlichem Wetter führte vor 100 Zuschauern zu einer 2:3-Niederlage gegen den Tabellenletzten FC Mels. Mehr muss man dazu nicht sagen. Die Gedanken sind bei jedem woanders, bei der nächsten Saison, beim Dulliken- oder FCSG-Spiel, beim Jubiläumsfest oder vielleicht einfach bei einem schönen Grillabend.

Ein paar weite Bälle führten zu einfachen Gegentoren. Für Vlado Nogic nicht schön anzusehen. Nogic spielte einst übrigens beim FK Vojvodina in der höchsten jugoslawischen Liga. „Nicht so wichtig“, wie er gerne bemerkt.

Jubiläumsjahre gehen sportlich meist in die Hose. Zufall? Können sich kleine Vereine nicht auf mehrere Schauplätze konzentrieren? Beispiele gibt es jedenfalls viele, allein schon beim eigenen Verein.

1930, 25 Jahre FC Kreuzlingen: Verpasster Aufstieg in die Promotions Liga. 1955, 50 Jahre FC Kreuzlingen: Als haushoher Favorit in der 3. Liga scheitert der FCK in den Aufstiegsspielen am FC Chur. 1980, 75 Jahre FC Kreuzlingen: Der angestrebte Aufstieg in die 1. Liga wird verpasst. 2005, 100 Jahre FC Kreuzlingen: Kurz vor der Zielgeraden versemmelt man die erhofften Aufstiegsspiele zur Challenge League wiederum in Chur. Gibt es Trost? Der FC Frauenfeld stieg 2006 mit 6 Punkten aus 30 Spielen als Tabellenletzter aus der 1. Liga ab, gerade passend zum 100-jährigen Jubiläum. Immerhin.

Nächsten Samstag um 18.00 Uhr auf dem Sportplatz Lengg: FC Seefeld Zürich – FC Kreuzlingen. Der eine oder andere Freund der Fussballkultur wird sich dort einfinden, denn zuvor findet ab 14.00 Uhr im FCZ-Museum das Jahrestreffen des Netzwerks Fussballkultur Schweiz statt.

Es wird Zeit für die Sommerferien.

Hajduk

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4 Antworten zu Bloss keine Jubiläumsjahre!

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    In weiser Vorahnung war ich gestern verhindert, mich dem Restposten von 100 Unentwegten anzuschliessen, die sich bei schönstem Spätfrühlingswetter „Ein paar weite Bälle“, die „zu einfachen Gegentoren führten“, mit ansehen mussten, wie zu lesen ist. Nun, diese oder eine ähnliche Spielsituation trug sich schon durch die ganze Saison und war massgeblich für die bescheidene Punktausbeute zuständig. Am Hafen und anderswo also nichts Neues. Der Trainer sagte zudem in einem Interview, dass es nicht mehr entscheidend sei, „ob man gewinnt oder verliert“. Das Verlieren sollte nur nicht zu hoch sein. So war es prophetisch auch gekommen. Der Gegner befand sich allerdings am Tabellenende, als er auf Klein Venedig auflief. Da hätte man schon nochmals auf „Sieg“ tippen können, trotz der spielerischen Mangelware, die der Trainer seit Langem beklagt. Nun herrscht Dulliken. Gegen Dulliken soll gewonnen werden, heisst die neue Losung. O.K.! Und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr? Schliessen wir es einfach mal nicht aus und begründen für Jubelfeierjahre eine neue FCK-Tradition!
    Zum Leidwesen traf explizit gestern auch noch ein städtische Schreiben ein, das auf meine Ansicht antwortete, auf „Seezelg“ sei Platz für eine anständige, nachhaltige Fussballsportanlage für den städtischen Traditionsverein. Dass mein Essay nicht im Sinn der Stadt sein konnte, war mir schon klar. Ich bin ja nicht Stadtminister für Fussballangelegenheiten. Soweit geht das in Ordnung. Was mich in diesem Schreiben aber echt wurmt ist die Tatsache, dass das, was darin zusätzlich vermerkt ist, exakt dem entspricht, was bereits vor 10 oder mehr Jahren herrschte: Ratlosigkeit! Im Detail: A. Wann ist auf Klein Venedig Schluss mit Fussball? B. Wann und wie soll Fussball für den FCK zum Beispiel auf dem Döbeli weiter gehen? Eine städtische Liftbuchung nach wie vor! Und so bleibt denn nur übrig, dass sich der FCK aufmacht, sich in den höchsten schweizerischen Fussballhimmel zu katapultieren, damit der Stadt mal auffällt, was sie hier für ein vereinssportlich-gesellschaftliches, traditionelles Bijou – inklusive seiner vielen Jugendmannschaften (!), seines tüchtigen, rührigen Vorstandes – in ihren Mauern beherbergt. Etwas gesellschaftlich Positives doch noch zum Schluss: Die vielen Kleingartenbesitzer auf dem Döbeli oder Döbele können weiterhin ruhig schlafen. Es werden unten den bunten Fahnenmasten noch viele neue Kartoffeln, Bohnen, Zwiebel, gesunde Kräuter, usw., geerntet werden und Kinder werden glücklich rumtoben. Und anstelle der Amateur-Fussballgemeinde brutzeln dort eben Amateur-Gärtner Würste. Ich gönne es ihnen von Herzen.

  2. Bruno Neidhart schreibt:

    Zusatz zu meiner Bemerkung im Text: „Nachhaltige Fussballsportanlage“. Sah gestern (am TV) die Österreichische Nationalmannschaft im Spiel gegen die US Schluein Ilanz, 2. Liga (14:0, 2000 Zuschauer). Nicht das Resultat erstaunt, sondern die neue Anlage der „Uniun Sportiva Schluein Ilanz“ (USSI) – ein Fusionsverein mit „viel Jugend“! Im Baurecht auf 50 Jahre entstand hier, mehrheitlich in Holz ausgeführt, ein hübsches, zweistöckiges Klubhaus mit vorgelagerter Tribüne. Die Gesamtkosten der Anlage wurden mit 1.2 Millionen berechnet. Es ist dies ein Musterbeispiel, wie auch auf bescheidener Amateurebene dem Fussballsport letztlich eine gesicherte, gesellschaftlich animierende Aufgabe zugesprochen werden kann. Durch eine zweckmässige bauliche Örtlichkeit kann das gelingen. Es wäre zu wünschen, dass sich viele Klubs der Ostschweiz anstrengen, ebenso zukunftsbezogen zu denken und zu handeln. Ein Beispiel besonders für diejenigen Klubs, welche „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgrund verschiedener Bedingungen“ nie über die 1. Liga Classic hinaus kommen werden. Für ambitioniertere Verein mit Potential nach oben, das sind zum Beispiel im Thurgau derzeit nur zwei, mögen in Sachen Infrastruktur andere Bedingungen herrschen. Wichtig ist für alle Vereine, kleine und grössere, dass eine zweckmässige Sache mutig angepackt wird. Sie wird sich auf Dauer als gesellschaftlich nachhaltig erweisen.

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