Ein moralisch wichtiger Sieg beim noblen FC Seefeld

Vor dem Spiel im noblen Zürcher Seefeld-Quartier, ging es für mich zum Jahrestreffen des Netzwerks Fussballkultur Schweiz. Dieses fand in den (nicht mehr ganz so) neuen Räumlichkeiten des FCZ-Museums statt und beherbergt derzeit die sympathische Ausstellung „Fussball sammeln„. Anschliessend liessen es sich einige der aus der ganzen Schweiz angereisten Fussballhistoriker, Museumsleiter und Fussballstatistiker  nicht nehmen, um mit dem Taxi zum Sportplatz Lengg zu fahren und wenigstens die 2. Halbzeit des 2:0-Siegs unserer Mannschaft gegen den Tabellenleader FC Seefeld mitzuerleben. Schön, dass mir und meiner Arbeit als einzigem Vertreter des „kleinen Fussballs“ im Netzwerk soviel Sympathie entgegengebracht wird. Wir waren zwar etwas spät beim Spiel, aber kaum früher kam der Marketing-Leiter, welcher zuvor beim SV Seebach vorbeischaute.

Der Sportplatz Lengg wurde seit meinem letzten Besuch mit dem FC Kreuzlingen umgebaut. Statt ein paar alter Stehtraversen unter schattigen Bäumen, gab es jetzt eine erhöhte Betontraverse in glühender Hitze, da versöhnte auch die gute Sicht nicht. Am Dach spart man auch an anderen Orten.

Ansonsten hat sich nicht viel verändert, der mit einer 50%-Geschäftsstelle ausgestattete Verein macht einen gut geführten Eindruck, hat aber wie die meisten Stadtzürcher Vereine einen schweren Stand um Zuschauer zu gewinnen. Nur etwas über 100 Zuschauer pro Spiel wollten diese Saison einen überlegen in die 1. Liga stürmenden FC Seefeld sehen.

Für den FC Kreuzlingen ein moralisch wichtiger Sieg. Zudem wahrte die 2. Mannschaft mit einem 8:1-Sieg über Weinfelden ihre Aufstiegschancen.

Ebenfalls beim Spiel: Hugo Landolt. Der begnadete Fussballer spielte die Saison 94/95 unter Jan Berger beim FCK und war danach 14 Jahre Fussballprofi in Südamerika (Chile, Argentinien, Mexiko). Nächsten Samstag steht er mit dem FC Bülach im Cup-Finale der Veteranen. Sein 16-jähriger Sohn spielt in der argentinischen U-Nationalmannschaft und sucht übrigens einen ambitionierten Verein in der Schweiz.

Jetzt stehen grosse Tage vor der Tür. 4. Juni Aufstiegsspiele C-Junioren und 2. Mannschaft, Legendenmatch, Heimspiel gegen Sirnach und Sommerfest! 12. Juni Carfahrt zum Auswärtsspiel nach Dulliken, entscheidendes Cup-Spiel. 18. Juni Spiel gegen den FC St. Gallen aus der Super League.

Sportplatz Lengg, alt und neu

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Eine Antwort zu Ein moralisch wichtiger Sieg beim noblen FC Seefeld

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Ein gewonnenes Spiel gegen den Aufsteiger, auch wenn dieser schon ziemlich im Kehraus-Modus sein mochte, aber sich sicher sportlich nochmals zeigen wollte, ist Gold für die in dieser Saison arg gebeutelte 1. Mannschaft des FCK. Es läuft erfreulicherweise für andere Mannschaften der Grünweissen erfolgreicher – gibt halt alles in einem grossen Sportverein.

    Traurig stimmen die „etwas über 100 Zuschauer pro Spiel“ bei einem Verein (Seefeld), der nun sogar aufsteigt. Die Situation dürfte sich auch in der 1. Liga nicht grundlegend ändern, sofern nicht „Zuschauermassen gegnerischer Vereine“ auf den „betonbetont ausgebauten Sportplatz“ strömen (die Schweiz ist halt mal ein klassisches Betonland!). Guter Amateurfussball und Zürich ist wohl insgesamt ein schwieriges Feld. Da geht es in einigen kleinen Landvereinen sogar deutlich besser zu, wenn dort mal ligabezogen ordentlich gekickt wird. Die Gesellschaftsstruktur ist da in der Regel noch „gemeinsamer“ als in der grossen Stadt – so zu sagen „gemeinsam freudiger“.

    Es ist aber auch so, dass in der interregionalen 2. Amateurliga, Gruppe 6, eben nicht unbedingt viele attraktive Gegner zu verkünden sind – sagen wir mal: rein von einem höheren „Fussballergedächtnis“ her. Da geht es in der welschen Gruppe 1 schon noch anders zu, wenn ich da u.a. registriere: Vevey-Sport, Meyrin, UGS, Sierre, Chênois, Monthey, Servette U-21! Ein Bravourstück bietet die Gruppe 2 an: Hier besticht in der Spitze La Sarraz-Eclépens (Hilfe – wo ist das?), eine 1994er Fusion. Zweieinhalbtausend Einwohner hat das Waadtländer Dorf zwischen Lausanne und Yverdon auf zu weisen. Und natürlich etwas Reben zum Feiern! Als Sponsor wird das „Croix-Blanche“ angegeben – ausgerechnet ein Gasthaus! Dabei gab es auch in dieser Gruppe durchaus nominell potente Gegner, wie etwa Bull, Stade de Payerne oder Le Locle-Sports. Nichts ist also unmöglich! Dass Bellinzona in der Gruppe 4 dominiert (72:18 Toren), war voraus zu sehen und für das Fussballtessin gut. Weniger erfreulich der Abgesang von Grenchen (5 Punkte!). Die haben sich die Gruppenzahl „5“ wohl zu Herzen genommen. Das bekannte Red Star Züri – ein zukünftiger Gegner von Seefeld? – ist hier überlegen.

    Da ich mich Ende Juni von der Bodenseegegend verabschiede, muss ich noch als Vorgriff zu einem entscheidenden FCK-Cup-Spiel über Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Ortschaften Dulliken und Kreuzlingen berichten. Am Rande betrifft es wirklich sogar noch den Fussball. Ansonsten geht es um „Schuhe“. So steht an der Bahnlinie in Dulliken ein markanter Fabrikkoloss der 30er Jahre der Ära „Neues Bauen“ – die ehemalige Schuhfabrik Hug (1978 abgewickelt), ehemals ein Werk der Zentrale Herzogenbuchsee (bernerisch „Buchsi“). Und Hug betrieb bis ins Jahr 1969 tatsächlich ebenso ein Werk in Kreuzlingen (heute: „Rausch“- Kosmetik). Kreuzlingen war Jahrzehnte durch die Schuhindustrie geprägt: Schuhfabrik Kreuzlingen, Schuhfabrik Weill, Sportschuhfabrik Raichle, Sportschuhfabrik Graf (bis heute!), und eben Schuhfabrik Hug. Vielleicht noch andere. Und was ist mit Fussball in diesem Zusammenhang? Nun, nach dem zweiten Weltkrieg kamen viele Italiener – und Italienerinnen! – über den Gotthard, um hier zu arbeiten. Und so eben auch bei „Hug“. Der nahe Sonnenplatz und die Bachstrasse, die damals noch eine charmante, quartierbestimmende Bach-Strasse war (die „Beton-Einhausung“ begann später – heute werden viele Bäche wieder geöffnet!), waren besonders fest in italienischer Hand – selbstverständlich mit Bocciabahnen und munteren Restaurants. Und die ersten Italiener kickten alsbald beim FCK. Es klang nach „Sabattini“, „Ballinari“ – und-so-weiter mit den i’s. Eine schöne Zeit der Freundschaft.

    Dem FCK wünsche ich übrigens für das Cupspiel in Dulliken, dass er sich nicht zu sehr vom nahen, dampfenden Atomkraftwerk Gösgen beeindrucken lässt. Somit ist zu hoffen, dass demnächst weder über Gösgen, schon gar nicht über den FCK-Auftritt in Dulliken, von einem Supergau zu berichten sein wird!

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