Bushaltestelle mit Bierverbot, ein Nachmittag beim FC Kosova

Fussball im Hexenkessel Buchlern versus Fussball an der Bushaltestelle Juchhof. Der FC Kosova spielt mittlerweile auf einer genauso praktischen wie seelenlosen Fussballanlage in Zürich-Altstetten. Am 29. März 2015 waren es bei der gleichen Affiche noch 800 Zuschauer im Buchlern, einen Auf- und Abstieg später wollten diese Begegnung nur noch 200 Zuschauer im Juchhof sehen. Die Euphorie ist gebremst, doch die Kosova-Verantwortlichen werkeln fleissig an einem neuen Fussballmärchen.

Zu spüren bekam das beim Saisonstart der neuformierte FC Kreuzlingen. 4:2 nach 90 Minuten. Lange hielt der FCK gut mit, konnte zeitweise sogar das Spiel bestimmen, doch 5-6 Chancen reichten den erfahrenen Kosovaren zu 4 Toren (Zum Geschehen auf dem Rasen wie immer mehr in den Spielberichten).

Juchhof

Bushaltestelle mit Bierverbot. Über das architektonische Wunderwerk Doppeltribüne lässt sich streiten, den Schatten nahm man allerdings dankend an. Ein Unikum findet der regionale Fussballfan beim im Matchprogramm nachzulesenden Verhaltenskodex für Fans des FC Kosova unter Punkt 2: „Einhaltung der Stadionregeln (Bsp. Kein Alkohol, …)“. So wurden auf der Tribüne im Verlaufe des ganzen Nachmittags tatsächlich nur drei (!) Biere getrunken: vom Reporter, vom Marketingleiter und vom Schreiber dieser Zeilen. Verboten sind übrigens auch Hieb-, Stoss und Stichwaffen. Immerhin an dieser Stelle konnten wir ruhigen Gewissens auf der Tribüne sitzen. Man mag darüber schmunzeln, doch eines blieb beim FC Kosova auch neben den sportlichen Ambitionen bestehen, dass tatsächlich faire Verhalten von Spielern und Zuschauern.

Verhalten

Auf Wunsch eines Lesers, Foto nachträglich erhalten von Groundhopper Benjamin Netz:Zuschauer

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3 Antworten zu Bushaltestelle mit Bierverbot, ein Nachmittag beim FC Kosova

  1. Hyseni schreibt:

    Das Bild passt nicht zu ihrem Bericht.
    Da hätten Sie doch ein Bild mit etwa 200 Zuschauern zeigen sollen.
    Würde zu Ihrem Text passen.
    Das Bild wurde, bevor die Spieler eingelaufen sind, aufgenommen. Da waren die Zuschauer noch nicht alle eingetroffen, nur wenige von ihnen.

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar Herr Hyseni. Das Bild wurde tatsächlich vor dem Spiel aufgenommen, danach war mein Akku leer. Aber zufälligerweise habe ich gerade noch ein Foto von der Tribüne erhalten, welches ich gerne veröffentliche.

  2. Bruno Neidhart schreibt:

    Die „brutale Schlichtheit“ dieser Fussballanlage, so melden es zumindest die Bilder, ist schon ein Ding. Hierhin verirren sich wohl nur „Hart“-Gesottene zu einem angenehmen, sportorientierten Sonntagsausflug. Den berühmten „Pritzker Preis“ für Architektur schafft der entsprechende Architekt oder Behördezeichner mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kaum. Es herrscht so ziemlich das Ende der Gefühle. Ansichtssache? Vielleicht. Doch selbst eine simple Lindenallee – man merkt, ich lebe nun in Berlin! – wäre deutlich hübscher und würde auch mal einen allfälligen Regen ein Weile zurückhalten! Wie dem auch sei: Das Spiel zeigte ebenso „brutal“, was auf die Erste des FCK zukommen könnte, wenn sich die „Fehlpässe im Mittelfeld“ (die bereits vergangene Saison zu einer Art „Markenzeichen“ geworden sind!) nicht einigermassen weg bügeln lassen. So jedenfalls liest sich der Spielbericht in der Thurgauer Zeitung (Nadja Müller). Die Beobachterin schreibt denn abschliessend auch von einem „durchwachsenen“ Auftreten der neuformierten „Hafetschutter“. Das „Liga-Auf-und-Ab-Spiel“ von Kosova deutet nebenbei darauf hin, wie fester eine Mannschaft beschaffen sein müsste, die höheren Ambitionen auf Dauer zu genügen hätte. Doch was will man am ersten Pflichtspiel schon Grundlegendes gesehen haben. Die Saison ist lanciert, und alle fussballerischen Wege sind wie immer offen! Nun sollen die Zuschauer ins – alkoholfreie oder andere – Klein Venedig strömen. Zuschauer tragen bekanntlich viel zum spielerisch motivierenden Teil des Ganzen bei. Man muss das immer wieder erwähnen. Somit gilt aufs Neue: „Hoppäfzeka“!

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