7 kleine Nadelstiche zum Saisonauftakt

2 Spiele, 2 Niederlagen, 2:7 Tore. So hat man sich den Start nicht gewünscht, ein wenig befürchtet allerdings schon. Die Vorbereitung verlief aus diversen Gründen nicht ideal, es gab zahlreiche Absenzen, verletzte Spieler. Doch wie sah es bei den anderen Vereinen aus? Sie klagen über genau das gleiche. Kosova absolvierte ganze zwei Testspiele aufgrund der vielen Absenzen, Freienbach trug zwar stolze acht Vorbereitungspartien aus, aber auch hier gaben Ferienabwesenheiten kurz vor Meisterschaftsstart zu reden. St. Margrethen spielte im ersten Meisterschaftsspiel offensichtlich mit einer B-Elf gegen Frauenfeld und verlor prompt mit 8:0. Es gäbe mit Sicherheit noch mehr Beispiele.

Kosova und Freienbach waren gute Mannschaften. Aber keinesfalls übermächtige. Im Trainertalk machte Vlado Nogic die Fehler in der Abwehr aus, logischerweise bei 7 Gegentoren in 2 Spielen, zweite Bälle werden zudem nicht gewonnen. Dann folgte die verblüffend ehrliche Antwort, es würde sicher auch mal besser gehen in der Vorrunde, aber im grossen und ganzen könne man in der Defensive wohl nicht viel mehr erwarten. Wie schwer wiegt hier der verletzungsbedingte Ausfall von Neuzugang Simoes Correira Ruben, von dem man sich so viel versprach? Nach grossen Fragen war es aber niemand mehr am Trainertalk, die Enttäuschung sass trotz der Vorzeichen tief. Vielleicht war es auch einfach unglücklich, mit den zwei stärksten Gegnern in die Saison zu starten.

Natürlich kann die Mannschaft mehr, natürlich kann sie noch gar nicht eingespielt sein. Natürlich wäre die Spielqualität im Amateurfussball viel besser ohne die exorbitanten Wechsel bei fast allen Vereinen. Durchschnittlich hat jede Mannschaft in der 2. Liga Interregional zwölf Spielerwechsel pro Spielzeit (!). Natürlich kämen auch mehr Zuschauer, wenn man sich die eigenen Spieler mal merken könnte. Gestern kamen übrigens (zweifach) handgezählte 170 Zuschauer, man muss mit 110 nicht auch noch untertreiben.

Am nächsten Sonntag ist wieder awayday. 16.00 an der Ringstrasse bei Chur 97. Mitfahrer können sich melden.

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5 Antworten zu 7 kleine Nadelstiche zum Saisonauftakt

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Es wird sich allenthalben einiges klären, was im Vorfeld der Meisterschaft als Ziel vorgegeben wurde – oder besser: vorgegeben werden konnte. Das hängt jeweils von verschiedenen Faktoren ab, besonders auch von „Zukäufen“ (wenn man das im Amateurbereich so zitieren darf). Die angesprochene „Wechsleritis“ macht es den Trainern tatsächlich schwer, qualitativ gezielt den Saisonverlauf zu beeinflussen. Einfacher wäre es, zu Trainingsbeginn bereits ein stabiles Gerippe vorzufinden, dass lediglich „ergänzt“ wurde, um eine angestrebte höhere Qualität zu erreichen. Nun betreffen solche Feststellungen so ziemlich alle Mannschaften – mit und ohne Ambitionen. Und dass da eine „FCK-Ambition“ vorhanden ist, lese ich auf der FC Freienbach-Seite, die munter von einem angestrebten Aufstieg spricht und dem Gegner entsprechend misstraut. Aha! Liest man nun, was der FCK-Trainer nach dem Spiel gegen den FCF über die FCK-Verteidigung sagte, fragt man sich schon, wer am oberen Zürichsee diese Aufstiegsbotschaft verbreiten konnte. Der Kreuzlinger Trainer sicher nicht!
    Und so bleibt eigentlich nach den ersten beiden Durchgängen mit den „kleinen Nadelstichen“ (nett umschrieben!) nur übrig, die nächsten 3-4-5 Partien abzuwarten, um effektiver zu erkennen, wohin die Reise in dieser Saison gehen könnte. Viel mehr bleibt im Moment nicht übrig. Im beigelegten Video (YouTube) geht es zum Ende hin allerdings deutlich rückwärts – ohweia! Positiver war die Werbe-Einblendung zum Videoschluss. U.a. wurde bei mir – welch Wunder – auf das 121.Traberderby 2016 in Berlin-Mariendorf hingewiesen. Da ich anwesend war, kann ich mitteilen, dass nicht immer die Favoriten gewinnen müssen. Einer der absoluten Top-Favoriten galoppierte sich schon nach wenigen hundert Metern aus dem Trab. Und der Überraschungssieger lag bei einer Quote von130:10 (die Wettkenner wissen diese Zahl zu deuten, ggf. zu schätzen!) Gratuliere, die aufs richtige Pferd gesetzt haben (Mein Favorit landete übrigens abgeschlagen im Feld!). Was ich damit sagen möchte: der FCK hat stets die Möglichkeit, das Feld auch von tief hinten aufzurollen, da der Start in die Meisterschaft nun mal „bachab“ ging. Ob es dann nach einem Aufrollen gar noch zum Aufstieg reicht? Na ja. Brächte wahrscheinlich ziemlich „Quote“, wie die allgemeine und erklärte Lage derzeit vermittelt! Beim Wetten weiss man allerdings nie – wie beim Fussball.

  2. Steve schreibt:

    Tja Leute ich denke mal das an diesem düsteren Fehlstart die „Schuldigen“ rasch ausfindig gemacht sind. Man(n) muss nur genau hinschauen !

  3. Bruno Neidhart schreibt:

    „Schuldige rasch ausfindig gemacht“, wie „Steve“ schreibt, ist so eine Sache. Besonders im Fussball. Da es sich um eine Mannschaftssportart handelt, ist bei einem „düsteren Fehlstart“ vorerst die gesamte Mannschaft – und darüber hinaus! – angesprochen. „Genau hinschauen“ kann zwar individuelle Fehler im Spiel aufdecken, doch sind diese eben nicht selten aus einem spielerischen „Kettenresultat“ erklärbar. Wobei wir wieder bei der gesamten Mannschaft wären. Dabei könne wir nur vermuten, wie weit sich das Geschehen von dem entfernt hat, was ein Trainer als Massstab in dieser oder jener Spielsituation aufgab. Die Lokalisation von „Fehlern“ ist daher vielgestaltig. Ein Beispiel nur: Wenn ich (früherer FCK-ler) als „rechter Halbstürmer“ (heute sind andere Systeme im Umlauf!) den linken gegnerischen Flügelflitzer durchbrennen liess, so klingt mir noch heute im Ohr, wie mir der klassische „Superausputzer Kurt“ (den Nachnamen lasse ich mal weg!) deutlich mitteilte: „Gopfertami Bruno, gang doch nöcher ane!“. Ich wurde also „schuldig“ gesprochen. Das Urteil musste jedoch insofern auf „bedingt“ lauten, da es sich „in diesem oder jenem Fall“ tatsächlich auch um eine „Kettenreaktion“ gehandelt haben könnte, welche die Spielsituation, die schliesslich negativ ausging, beeinflusste. Ohne Mannschaft gibt es eben keinen Fussball, auch wenn individuell mal am Ball vorbei geschlagen oder der Gegner nicht abgeblockt wird, usw. Das Fussballspiel ist also im höchsten Masse ein gemeinsames Erlebnis zwischen einem Hoffen und Bangen, einem Gewinnen und Verlieren. Dazwischen tröstet lediglich noch ein Unentschieden. Es ist somit „genau hinzuschauen“, um im Positiven zu bleiben, was im gegenwärtigen FCK-Fall die Hoffnung nähren könnte, dass die „Hafetschutter“ rasch wieder mehr Wasser unter den Kiel bekommen. Daran müssen viele arbeiten.

  4. Steve schreibt:

    Liebe Leute , Lieber B.Neidhart
    Lange Rede kurzer Sinn.Ich mache es nun umgekehrt: Kurze Rede langer Sinn
    Mit meinem „Nadelstich“ greife ich keine Spieler an.Um herauszufinden was beim FCK
    schief läuft muss man wahrlich genau hinsehen.Ich habe (das ist meine Meinung) wirklich den Kopf geschüttelt als man im laufe der letzten Saison Nogic als Trainer verpflichtet hat.Nicht das ich was gegen ihn hätte,er kann ja nichts dafür denn er hat sich ja nicht selbst einen Vertrag angeboten.Das haben andere gemacht und somit einen zügigen Griff ins Leere getätigt.
    Der Werdegang von Nogic sagt alles und macht mich stutzig :
    in den letzten 5 Jahren war er bei 7 verschiedenen Vereinen als Trainer tätig und hat dabei im Schnitt knapp 11 Spiele als Chef an der Seitenlinie ausgeharrt.Wahrlich keine meisterhafte Bilanz.
    Entweder hat man das übersehen oder die Macher haben das Ganze grosszügig ausgeblendet und nur dendamaligen Grosserfolg beim FC Gossau SG analysiert.Das ist aber schon lange Vergangenheit … Die Gegenwart spricht Bände.
    Für mich hat der FCK weder ein Gesicht, weder eine Seele noch ein erkennbares System.Ich bin mir sicher das sich der Schnitt seinerTätigkeitsbilanz beim FCK nicht wesentlich erhöhen wird und er somit die Saison (wie schon so oft ) frühzeitig beenden wird.

  5. Bruno Neidhart schreibt:

    Lieber Steve!
    An wem verzweifeln Sie ? Am gegenwärtigen FCK-Trainer? Oder an den FCK-Verantwortlichen, welche überzeugt waren, den richtige Trainer verpflichtet zu haben? Ich kenne Herrn Nogic nicht. Ich weiss nur, dass ein Trainer „im Prinzip“ auf Dauer nur so gut sein kann, wie das „Spielermaterial“, das ihm zur Verfügung steht. Auch das gegenwärtige „Spielermaterial“ kenne ich in seinem tatsächlichen Leitungsvermögen nicht. Die Rolle eines Trainers wird übrigens meiner Ansicht nach oft überschätzt. Sind vortreffliche Spieler vorhanden, ist es für einen Trainer viel einfacher, erfolgreich zu sein. Ist hingegen das „Spielermaterial“ ligabezogen eher nur Durchschnitt, so sind für einen Trainer auf Dauer spielerisch Grenzen gesetzt. Dabei möchte ich die Arbeit eines Trainers und seiner Helfer nicht infrage stellen. Sie setzt sich stets aus mehreren Komponenten zwischen Athletik, Technik und Systemverständnis zusammen. Plus die „Seelenpflege“ für einzelne Spieler! Plus die Kameradschaft! Alle Spieler sind in dieses Geflecht eingebunden und können es dann gut umsetzen, wenn ihre fussballerischen und sportlich-geistigen Grundfähigkeiten gut ausgebildet sind. Und dann kommt besonders im Amateurbereich noch die „Begeisterungsfähigkeit als Mannschaft“ dazu. Sie ist die Essenz, welche einige „Mangelerscheinungen“ sogar mal überbrücken kann. Allerdings nicht auf Dauer, wie man weiss. Letztlich setzt sich „Qualität“ auf breiter Ebene als fussballsportliche Bedingung durch. Nur so sind zum Beispiel rasche Wiederabstiege zu deuten (Kosova). Ich nehme mal an – aus Distanz! – , also ohne Insiderwissen, dass die gegenwärtige FCK-Mannschaft derzeit nicht erstligatauglich ist (sollte dies ein Ziel sein). Sie wäre es wohl „mit dem besten Trainer der Welt“ (noch) nicht! Wie es – um einige Stufen tiefer zu philosophieren – mit der gegenwärtigen „Begeisterungsfähigkeit der Mannschaft“ steht, weiss ich ebenso nicht. Mit ihr, der „Begeisterung“, lässt sich ausbügeln, was vielleicht faktisch derzeit nur zum Teil vorhanden ist. Ohne „Begeisterung“ läuft grundsätzlich wenig oder gar nichts. Wie weit diese Weisheit mit dem Trainer vergesellschaftet ist, der mindestens kompetent für „Begeisterung“ als Minimalziel unter den gegenwärtigen Voraussetzungen zuständig ist, entzieht sich mir ganz. Dazu greifen noch die vielen Unwegsamkeiten ein, wie Verletzungen, Unabkömmlichkeiten, junges Team, usw. Für mich bleibt aktuell, genau hinzuschauen, was in den nächsten Partien geschieht, wie weit die FCK-Mannschaft – ich zitieren „Steve“ – an „Gesicht, Seele, System“ gewinnt. Oder auch nicht gewinnt. Ich bin überzeugt, dass die verantwortlichen sportlichen Sachverständigen des Klubs sich dann situationsbedingt Gedanken machen werden, was zu tun ist. Nach zwei Spielen der Vorrunde dürften die Erkenntnisse noch nicht allzu tief greifen. Eine „Prophetie“, wie bei „Steve“, ist dabei keine verlässliche Tugend in diesem Spiel mit vielem Unbekannten. Immerhin setzt „Steve“ als Beobachter schon mal individuell seinen Punkt. Kann man. Belebt die Szene. Eines ist jedoch sicher und gehört ebenso zu einer kleinen Gesamtbetrachtung: Zuschauer kommen dann, wenn sich sportlicher Erfolg einstellt. Es ist umgekehrt vielleicht aber auch so, dass der Erfolg zu einem gewissen Teil mit mehr Zuschauenden erreicht werden kann. Einfaches Stichwort: „Begeisterung“. Dieses ist heute eine sportlich-gesellschaftliche Frage, der sich die „Sportstadt Kreuzlingen“ fussballbezogen aus Tradition zu stellen hätte.

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