Der Papiertiger und die Dame vom Grillstand

Düster wurde es im Bergholz. Das 5:0 sagt alles und es nützt nichts, hier Öl ins Feuer zu giessen. Nur ein Wort welches mir durch den Kopf ging, kann man stehen lassen. Der Papiertiger. Denn trotz Absenzen standen noch genug erfahrene Spieler auf dem Platz für einen viel besseren Auftritt. Manchmal blitzte das Können auf, es blieben Strohfeuer.

Die Spiele im Stadion Bergholz (bzw. der IGP-Arena) sind immer eine Freude für die ansonsten fast nur Dorfplätze gewohnten Zuschauer der 2. Liga Interregional. Doch die türkischen Investoren möchten den Amateurzuschauern das komplette Stadionfeeling bieten. Die Bratwurst kostet in Wil stolze 7,50 und das Bier 5,50 (0,4 l).  Eine einzige Person wird abgestellt zum Würste grillieren, Getränke nachfüllen, Bier ausschenken, Popcorn verkaufen und Geld herausgeben. In der Pause laufen dutzende Personen gleichzeitig zum Stand mit der freundlichen Dame – eine Wartereihe wie in der Schalker Veltins-Arena! Aus der Ruhe bringt sie das nicht, vor kurzem seien 400 Zuschauer da gewesen, das Wartefeeling muss noch authentischer gewesen sein. Die anderen Vereine unserer Liga stellen drei bis fünf Personen für den gleichen Service ab. Dabei operieren sie in etwa mit einem dreissigstel des 11-Millionen-Etats vom FC Wil.

Während mir diese Gedanken durch den Kopf gehen, neigt sich ein nicht mehr zu rettendes Spiel dem Ende entgegen. Dem FCK steht eine heisse Woche bevor.

wil

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Eine Antwort zu Der Papiertiger und die Dame vom Grillstand

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Gegen eine Zweite Mannschaft eines Ostschweizer B-Klubs 5:0 durchgeschüttelt zu werden ist schon so eine Sache! Da lohnte es sich kaum, eine 7.50-er Bratwurst zu verschlingen. Das von zuhause mitgebrachte Butterbrot hätte genügt. Dazu – jahreszeitlich korrekt – eine Thermosflasche mit Pfefferminztee, eingeschlossen ein gut durchgeschüttelter Teelöffel Honig. Und das Bergholz? Wo ist das vordertoggenburgische Grün rundherum? Sind hier Beton und Werbetafeln das neue Grün? Oder wachsen verdeckt vielleicht türkische Feigenbäume rundherum heran? Abteilung Träume. Man weiss es nicht. Aus der Ferne zeichnet sich hier jedenfalls ein doch ziemlich missratener Fussballnachmittag ab. Direkt Beteiligte mögen das etwas anders empfunden haben. Vor allem der Gegner. O.K. – ein Fussballspiel ist immer ein „Ereignis“. So oder so. Aber genügt das zum Beispiel auf Dauer für (historisch begründbare) FCK-Ambitionen? Ich meine die einzig mögliche Antwort zu wissen.

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