3 Penalties ins Unglück

Drei Strafstösse, welche allesamt korrekt gepfiffen aber unnötig verursacht wurden, entschieden das Thurgauer Derby. Während Frauenfelds Pascal Cerrone zweimal mit der Ruhe aus über 400 Profi-Spielen auf identische Weise traf, zielte der Kreuzlinger Schütze überhastet in den Frauenfelder Nachmittagshimmel.

Lange sah es nach einem Kreuzlinger Sieg aus, die Grenzstadt-Elf wusste einen kleinen Ticken besser zu gefallen als die Hauptstädter. Nicht für wenige geriet eine etwas ominöse Auswechslung in der 60. Minute zum Knackpunkt des Spiels. Die Schlussviertelstunde musste man unter Enttäuschung verbuchen, vergeblich hoffte der Kreuzlinger Anhang auf ein Aufbäumen der Grün-Weissen.

Lau zeigte sich an diesem Nachmittag auch das Publikum. Bei keiner Szene wurde es laut auf der Kleinen Allmend, nicht mal bei den Toren. Eine Lethargie wie sie immer mehr auch die zuschauerträchtigste Gruppe der 2. Liga Interregional erfasst. Letzter Torjubel bei dem der Sportplatz bebte? Beim FC Widnau vor einem halben Jahr.

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3(+3) Fans, 3 Bier, 3 Penalties – Prost.

 

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Das Traditionsderby lockte immerhin (je nach Quelle) 300-400 Zuschauer auf die Kleine Allmend, davon etwa 50 aus Kreuzlingen. Bei Spielbeginn sah es noch einiges trister aus.

Aus dem Archiv, Thurgauer Derby vor 21 Jahren:

FC Kreuzlingen gegen André Rindlisbacher (Praesident FCF) FC Frauenfeld am 29. Juli 1995 Meisterschaft 1. Liga (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

FC Kreuzlingen gegen André Rindlisbacher (Praesident FCF) FC Frauenfeld am 29. Juli 1995 Meisterschaft 1. Liga (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

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2 Antworten zu 3 Penalties ins Unglück

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Für Nichtanwesende macht es den Eindruck, dass hier eine ziemlich traurige Fussballveranstaltung – sportlich und emotional – der besten Thurgauer Mannschaften stattgefunden haben muss. Beide Städte sind zusammen rund 47’000 Einwohner stark. Und deren Agglomerationen haben wohl ein Einzugsgebiet von zusammen 60’000. Was sagt uns das? Hätten sich nur wenigstens 1 Prozent für dieses kantonale Fussballderby interessiert, wären immerhin 600 Fans anmarschiert. Wahrscheinlich waren es in Wirklichkeit gerade mal die Hälfte. Und was die „emotionale Anteilnahme“ betrifft, so ist die Frauenfelder Anlage halt auch kein Beispiel, wie heute Fussball zu präsentieren ist. Jeder simple Dorfplatz ist spannender. Frauenfeld lebt erst ab 2-3000 Anwesenden. Ein hartes Brot. Das klitze-kleinste ländliche „Schwingen“ zieht mehr Interessierte Städter an. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass es auch schon andere Derbys mit „anständigen Zuschauerzahlen“ zu bejubeln gab. Dies sollte – trotz aller Widrigkeiten – wieder angestrebt werden. Interessant ist, dass derzeit „Regionales“ in vielen gesellschaftlichen Bezügen (nicht nur beim Essen!) eine bestimmende Rolle zu übernehmen hat. Beim Fussball scheint das noch nicht angekommen zu sein. Dies mag auch an einer Überflutung von allen möglichen und unmöglichen „Events“ liegen, denen heute die Gesellschaft ausgeliefert ist. Doch kann es, wie ab und zu Beispiele zeigen, eben auch eine „fussballinterne Note“ beinhalten, warum das Interesse lahmt, somit vielleicht bedeuten könnte, dass es zu einem Teil auch die „Qualität des sportlich Angebotenen“ betrifft. Samstags in Frauenfeld war vielleicht „so ein Ding“. Andererseits ist es doch auch so, dass man mitunter ellenlang am TV-Gerät hängt, wenn hier „vermutete internationale Qualität“ wiedermal einen „Grottenkick abliefert“, wie man im „Fachjargon“ zu sagen pflegt.
    Also muss das mit der Zuschauermisere nicht unbedingt an der „Qualität“ liegen, wie auch immer diese fussballerisch zu umschreiben wäre. Es ist vielleicht mehr eine Frage des interessierten, auch emotionalen Verhaltens einer Stadt- oder Regionalgemeinschaft als „empfindende Grösse“, um die Arbeit „eines sich vielseitig bemühenden Vereins“ zu honorieren (wie immer sich dieser nennt!). Dabei sei ausdrücklich auch die durchwegs breite „Jugendarbeit“ erwähnt. Sie drückt Zukunft aus. Dies stimmt denn doch noch hoffnungsvoll.

  2. Interessanter Verweis mit dem sonstigen Hype zum Regionalen. Fehlende sportliche Qualität darf kein Totschlag-Argument sein, denn Fussball lebt auch von der Spannung und die ist in unteren Ligen gegeben, solange man sich als Zuschauer mit dem Verein identifizieren kann. Dies gelingt aber nur mit dem lokalen Bezug (man kennt die Spieler), dem Sympathiewert (Jugendarbeit etc), dem einladenden Austragungsort und im besten Fall mit einem Alleinstellungsmerkmal. Wenn diese Punkte stimmen, kommt es zu einem Wechselspiel, dann bleibt auch der eine oder andere lokale Spieler treu und die Geschichte verzahnt sich. Im Idealfall kommt dann Erfolg dazu und es potenziert sich. Soweit die Theorie.

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