Kalter Abschied von der Breite

Der dritte Sieg im vierten Spiel, die Bilanz von Interimstrainer Bernhard Gräble kann sich sehen lassen. Beim 4:3-Sieg gegen die Reserve des ChL-Tabellenletzten FC Schaffhausen gab es bei der Grenzstadt-Elf nebst wunderschönen Toren aber auch unerklärliche Schwächen zu sehen. Just in den Momenten als das Spiel in trockenen Tüchern schien, nach dem 3:0 und dem 4:1, schien die Mannschaft ihr überlegenes Spiel einzustellen und riskierte in der Schlussphase einen ärgerlichen Punkteverlust. Trotzdem, der FCK verfügt über eine spannende Mannschaft. fcs-haupttribuene

Erstmals seit vielen Jahren spielte der FCK wieder im Stadion Breite. Zuletzt duellierte sich hier im März 1983 der FC Kreuzlingen mit der Ersten Mannschaft des FC Schaffhausen in der 1. Liga vor einer vierstelligen Zuschauerzahl. Zwar spielten die Vereine noch vor 15 Jahren auf Augenhöhe in der 1. Liga, aber in anderen Gruppen.

Gleichzeitig war es ein Abschied vom geschichtsträchtigen Stadion Breite, denn der FC Schaffhausen wird im Frühling mitsamt seinem Reserveteam in den neu erbauten LIPO-Sportpark nach Schaffhausen-Herblingen umziehen. Bei aller Wehmut und Nostalgie, dass Stadion Breite der heutigen Tage zeigt sich als ein einziges Gewirr aus provisorischen Stahlrohrtribünen, alten Containern und verwitterten Zelten. Kam noch die Trostlosigkeit eines Spiels des Reserve-Teams bei Temperaturen um die fünf Grad dazu. Keine Anzeigetafel, kein Matchprogramm, keine Bratwurst. Immerhin konnte man für fünf Franken auf der gedeckten Haupttribüne Platz nehmen. Das taten die meisten der spärlich erschienenen 60 Zuschauer. Der Abschied vom Stadion Breite fiel so trotz dreier Punkte nicht allzu schwer.

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2 Antworten zu Kalter Abschied von der Breite

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Die „Breite“ gehört eigentlich in die Abteilung „unbeabsichtigter Stadionhumor“! Was sich da zwischen einer phänomenalen Tribünendach-Aufstockung, einer Containeritis, einem Gerüststangensalat und verwegenen Indianerzelten im Laufe vieler Jahre angesammelt hat, ist ein Beispiel, wie es in einer schmucken Stadt sportlich nicht laufen dürfte. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass sich bald mit der Lipo- (Multifunktions-) Arena im Herblingertal (7’000) einiges ändern wird. Derzeit sieht es leider allerdings so aus, dass sich eine bekannte Geschichte auch beim Stadionneubau in Schaffhausen wiedermal bestätigen könnte, was heisst: Wenn ein neues Stadion da ist, beginnt der Abstieg (Alemannia Aachen, heute Regionalliga, als typisches Beispiel mit seiner schönen 32’960er Tivoli-Arena). Da Schwarz-Gelb sowohl für den FC Schaffhausen, als auch für die Alemannen gilt, gehe ich trotzdem nicht von einem schlechten Omen aus, obwohl der FCS derzeit in der zweithöchsten Liga ganz hinten dümpelt (Dieses Positive schulde ich meiner Mutter, die aus dem Schaffhausischen stammt, vom Fussball keine Ahnung hatte, jedoch im TV immer dabei war, wenn CH spielte). Bei der Zahl 7’000 kann man sich übrigens schon fragen, was das für ein Ding ist, wenn vor wenigen Tagen beim Spiel gegen Xamax (1:4) gerade mal 628 Zuschauer die „Breite“ bevölkerten. Auch wenn grundsätzlich eine neues Stadion stets einige Zuschauer mehr auf die Beine bringt, so geht die Geschichte auf Dauer nur gut aus, wenn eine Mannschaft auch gut spielt. Und, was den FCS betrifft, auch mal an der obersten Liga anklopft! Wünschen wir es. Fussball ist zum Glück geduldig.

    Der Abschied des FCK von der „Kalten Breite“ war, wie zu lesen, zwischen heiss und lauwarm (3:4). Doch da auf 9 Zuschauer ein Tor in diesem Spiel gefallen ist, so ist das doch ein schöner niedriger Schnitt! Wenn man allerdings die Anzahl Tore mit 9 multipliziert, kommt man leider auf nur knapp über 60 Zuschauer. Das ist die Kehrseite. Der FCK lebt also eine andere Fussballepoche durch, wie etwa 1983. Und viel früher sah es bekanntlich nochmals ganz anders aus. Da fuhr selbst mal ein Sonderzug an den Munot, wenn ich mich richtig erinnere.
    Übrigens ist die obige Rechnung, Zuschauerzahl geteilt durch Anzahl Tore, natürlich fussballerischer Mumpitz. Bei Schaffhausen:Xamax käme ich auf die Vergleichszahl 125,6. Sagt höchstens über das miese Wetter etwas aus. Schwamm drüber. Doch einer anderen Zahlenarithmetik traue ich deutlich mehr zu. Ich habe bereits mal davon geschrieben: Um nicht abzusteigen, braucht es pro Spiel mindesten einen Punkt. Da sieht der FCK derzeit – im Gegensatz zur Ersten des FCS (!) – , noch recht super aus. Und was „Oben“ betrifft, so ist vielleicht für die Hafetschutter sogar noch nicht aller Tage Abend, auch wenn es für ein „Ganz oben“ nicht mehr reichen dürfte. Was bringt der neue Trainer zustande, nach dem Herr Gräble als „Zwischentrainer“ doch schöne, wenn auch noch nicht gefestigte Qualitäten der Mannschaft aufgedeckt hatte? Spannend.

    Der FC Schaffhausen hat übrigens derzeit in der Stadt wenig Konkurrenz, was die Ligazugehörigkeit betrifft, obwohl sich mit der Spielvereinigung (Spilvi genannt), dem Sportingclub und den FC Newborn (der in Beringen spielt) und vielleicht noch weitere Klubs tummeln. Sie alle leisten jedoch eine wichtige „Basisarbeit Fussballfreude“. Nun ist Konkurrenz in einer Stadt stets von Vorteil. Der FCK seinerseits hat mit dem AS Calcio einen, wie es scheint, ziemlich ambitionierten Klub im Töbeli. Das kann gegenseitig durchaus motivieren. Es dürfte ja nicht so sein, dass sich Calcio ligamässig nur nach den bescheidenen Ausbaumöglichkeiten auf Konstanzer Grund ausrichtet. Dann wäre bald Ligaschluss.

  2. Die Liste der Vereine welche ihren Stadionneubau mit einem Abstieg feierten ist ellenlang. Spontan fallen mir der FC St. Gallen, Xamax Neuchatel, Servette Genf und der FC Biel ein. Übrigens war 1983 auch beim Rückspiel im Hafenareal die Zuschauerzahl vierstellig, goldene 1.-Liga-Zeiten! Tatsächlich gab es, ich meine 1931, einen Sonderzug zum Auswärtsspiel nach Schaffhausen, über 700 Kreuzlinger fanden sich damals am Bahnhof ein.

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