Schöne Tore vor der Schmugglerbucht, der FCK überwintert im Schweizer Cup

Zufriedene Gesichter im Club-Beizli nach dem Spiel. Der FCK dominierte im letzten Spiel vor der Winterpause den FC Sirnach beim 5:1-Sieg in allen Belangen und zog problemlos in die 2. Cup-Qualifikationsrunde ein.

Das Spiel fand im Hafenareal auf dem 2010 erstellten Kunstrasenplatz statt. Dort wo man sich früher als FCK-Junior auf dem gefürchteten roten Ascheplatz aufgeschürfte Knie holte. Die Ausmasse sind jedoch so klein (90 x 57,6 Meter), dass sich die Zuschauer regelmässig fragen ob man denn dort überhaupt spielen dürfe. Natürlich darf man, aber nur bis zur 2. Liga Interregional. Zum Vergleich, unser 1.-Liga-tauglicher Hauptplatz misst 107 x 67 Meter.

Heute ist der Platz zwar nicht mehr ob seines roten Grands gefürchtet, doch für seine ungeschützt über den Platz fegenden kalten Seeböen berüchtigt. Die Zuschauer sind gut beraten sich in der kältesten Ecke des seit 1962 vom FCK bespielten Hafenareals warm anzuziehen. Es gab auf dem Platz 3 schon Spiele, bei denen manchem Fan das Bier sprichwörtlich im Plastikbecher gefror!  Doch die Seewinde zeigten sich diesmal gnädig und so konnte man das Spiel und die ganz eigene Atmosphäre des Platzes direkt am Seeufer geniessen.  In der ersten Halbzeit schöne Ballstafetten vor der Neugotik- und Renaissance-Kulisse der Konstanzer Altstadt, in der zweiten Halbzeit FCK-Tore vor den Lichtern der Konstanzer Schmugglerbucht, selbst ein langweiliger Kunstrasenplatz hat so seinen Charme.

Hier ein etwas älterer Blick auf den Konstanzer Hafen, aus dem FCK-Gründungsjahr 1905.

konstanzer-hafen

Pascal Claude, dessen letztes Buch ich hier unbedingt empfehlen möchte, sinnierte gar vom Bau einer verglasten Hintertorseite, so wie es die Villen am See hätten, ganz ernst gemeint war das natürlich nicht. Doch für Fans des Skurrilen bietet der Platz tatsächlich ein kleines Highlight. Ein Schwerstarbeit verrichtender Speaker, der den unbespielten Hauptplatz beschallt und hofft, dass seine Durchsagen auch 100 Meter nördlich auf Platz 3 vernommen werden. Besonders brenzlig wirds bei Toren, die Speakerkabine steht natürlich auch am falschen Platz und so sah man ihn nach Toren fragend durch die Zuschauerreihen marschieren „wer hätts Goal gschosse?“, ehe er zur Speakerkabine zurückeilte um den leeren Hauptplatz zu beschallen.

5:1, viel Spass und Atmosphäre. Was für ein schöner Abschluss, wir freuen uns auf Kürsat Ortancioglu, auf eine spannende Rückrunde, auf eine lange Cup-Saison und jetzt erstmal auf die verdiente Winterpause!

FC Kreuzlingen (Gruenweiss) gegen FC Sirnach, Schweizer Cup 1. Qualifikationsrunde, FCK-Arena im Hafenareal Sportanlage Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 12. November 2016 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

FC Kreuzlingen (Gruenweiss) gegen FC Sirnach, Schweizer Cup 1. Qualifikationsrunde, FCK- Arena im Hafenareal Sportanlage Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 12. November 2016 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

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2 Antworten zu Schöne Tore vor der Schmugglerbucht, der FCK überwintert im Schweizer Cup

  1. Dr. G.Schneider schreibt:

    Super Spiel , grosses Kompliment an Bernhard Gräble ! Das war ein fesselndes Fussballspiel , bei dem die Zuschauer grossen Spass hatten. Die Mannschaft wirkt wie ausgewechselt und zeigte eines der besten Spiele die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Bernhard Gräble hat einen super Job gemacht mit 4 Siegen in 5 Spielen . Da stand eine Mannschaft auf dem Platz die mit ihrem Trainer eine Einheit bildete. Vielen Dank für diesen schönen Fussball – Abend.

  2. Bruno Neidhart schreibt:

    Ende gut, alles gut? Nun, es ist ja schön, dass das Ende der Halbsaison perfekt gelaufen ist. Doch meine ich, dass ein Cupspiel-Sieg gegen Sirnach erwartet werden durfte. Auf einem zu klein geratenen Kunstgeläuf hat die Technik Vorrang vor Lauf- und Stellungsspieleigenschaften. Das ist Champus für die derzeitigen FCK-ler. Herr Gräble hat zudem sein Möglichstes getan, um die Qualität, die in der Mannschaft steckt, in den vergangegen Spielen zu kitzeln. Das war prima. Nun kommt die Analysierungsphase, warum und wie wichtige Punkte in der Meisterschaft verloren gingen. Dabei scheint es weniger eine Angelegenheit auf der Suche nach „torhungrigen Spielern“ zu sein – es gibt viele gute Schützen in der Mannschaft – , als „das einem Gegner zu einfach Machen“ bei dessen Konterspiel. Dies würde u.a. bedeuten, dass zum Beispiel ein 4-4-2 oder gar ein 5-3-2 sinnvoller wäre, als etwa ein 3-4-3 oder 3-3-4, usw., um dem Übel abzuhelfen! Zum Glück bin ich kein Trainer und kann philosophieren. Und Zahlen können theoretisch zwar einiges aussagen, doch sind Zahlen eben Spieler. Und diese müssen geeignet sein, die Zahlen auszufüllen. Wobei wir in die Nähe von Sportdirektoren geraten. Doch sind Wünsche im Amateurbereich halt nicht immer erfüllbar. Damit haben auch Trainer zu kämpfen. Umso gewichtiger wird die Jugendarbeit: das Heranziehen von guten Spielern im eigenen Club. Und da sich nun im FCK auch eine sehr tüchtige zweite Mannschaft gut zu positionieren begonnen hat, sind „Transfers“ innerhalb des Vereins möglich. Nach oben und nach unten. Das schafft Flexibilität. So gesehen ist für die zweite Saisonhälfte, zumal mit einem neuen Trainer, der Weg offen. Also nach „oben“, damit man mich richtig versteht!

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