Kreuzlingen entzaubert Seebergers Kosova

Ein herrlicher Sieg! In der letztwöchigen Talkrunde auf regional-fussball.ch wurden Freienbach und Kosova als ihrer Konkurrenz meilenweit überlegen angesehen. Gar keine Erwähnung fand der FC Kreuzlingen, als so ziemlich einziger Verein. Nach dem ersten Spiel dürften sie die Grün-Weissen wieder auf der Rechnung haben.

Ungemütlich war es im Hafenareal für die 165 Zuschauer zum Rückrundenauftakt. Erwärmt wurden sie durch ein tolles Spiel, in dem sich eine mutige, engagierte und spielstarke FCK-Mannschaft präsentierte. Gegen den mit Halbprofis gespickten FC Kosova hielt das neuformierte Team spielend mit. Das 2:1 in der 39. Spielminute, vorausgehend eine Ballstafette übers ganze Spielfeld, war eine Augenweide für jeden Kreuzlinger Anhänger.

Einzige Aufreger waren zwei unnötige Gegentore in der 1. Halbzeit, welche Stabilitätsfan Ortancioglu mehr gefuchst haben dürften als jeden anderen. Egal, der FC Kreuzlingen behielt mit 3:2 die Oberhand und band Kosova im Aufstiegskampf vielleicht entscheidend zurück.

Bereits vor dem Spiel wurde von Zuschauern der kleine Kunstrasenplatz als Vorteil angesehen. Der Konstanzer Kosova-Trainer Jürgen Seeberger (ex-Aachen) bemühte im Trainertalk immer wieder diesen Umstand als entscheidenden Beitrag zur Niederlage seiner Halbprofis gegen den FC Kreuzlingen. FCK-Trainer Kürsat Ortancioglu war um eine Antwort nicht verlegen. Hätte man auf dem grossen Naturrasenplatz gespielt, wäre dessen holpriges Terrain die Ausrede gewesen.

Nächster Halt: FC Freienbach auswärts, Sonntag um 14.30 Uhr.

Jürgen Seeberger, vom Bodensee in die Bundesliga und zurück. Foto: Mario Gaccioli

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3 Antworten zu Kreuzlingen entzaubert Seebergers Kosova

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    „Vom Winde verweht“ war mal ein erfolgreicher Film! Weniger erfolgreich war am windigen Bodensee der favorisierte Fussballgast aus Zürich. Kosova-Trainer Jürgen Seeberger fehlten zudem einige Quadratmeter Spielfläche, um die wahren Qualitäten seiner Mannen zu zeigen. Das mag man durchaus so sehen, ist dieser Kunstrasenplatz lagebedingt wirklich etwas klein geraten, somit eher ideal für gestandene Jugendliche oder Saison-Vorbereitungsspiele, somit vielleicht tatsächlich weniger für „schnelle Halbprofis“. Ob sich allerdings mit 70-80 m2 mehr Auslauf ein anderes Resultat ergeben hätte, bleibt dabei im Dunkeln. Manchmal muss man sich auch an eine Vierzimmerwohnung anpassen, wenn man sich im Idealfall an eine Fünfzimmerwohnung gewöhnt ist. Wie dem auch sei: Das erste Rückrunden-Resultat ist für den FCK, auf einem „künstlichen“ Platz herausgespielt, „natürlich“ erfreulich. Nun geht es für die Hafetschutter zu den Schwyzern an den Zürichsee. Da weht – im Blick auf die Tabelle -, wohl noch ein anderer Wind. Und so wäre es denn vielleicht ratsam, vor dem Match noch schnell über den Etzel oberhalb Freienbach hinweg einen pilgernden Abstecher nach Einsiedeln zu unternehmen (Gaststätte auf der Passhöhe!). Ob es das braucht, muss der FCK-Trainer wissen. Ihm fehlen ja, wie er im FCK-Stübli resümierte, noch immer 20 Prozent Leistung. Vielleicht lässt sich da was machen!

    Nun wird noch geschrieben, dass die hinteren beiden FCK-Mannen gegen Kosova doch öfters ins Rotieren kamen. Insofern hat sich in der Saisonpause scheinbar wenig geändert (am grundsätzlichen FCK-Übel). Vorne schiessen indes Andi, Uwe, Marco und Co. immer wiedermal ein Tor. Also ist Abdichten angesagt. Nun lese ich gerade von Trainer Conte (Chelsea), dass ihn jüngst ein ähnliches Problem berührte. Und so stellte er – neu – von einer hinteren Viererkette auf eine Dreiekette um, zieht dann allerding, wenn es brennt, zwei Spieler aus dem Vierer-Mittelfeld zurück, so dass hinten dann plötzlich fünf abdichten können (wenn ich das richtig verstanden habe!). Ich möchte damit nur sagen – und auf jeden Fall dem FCK-Trainer Ortancioglu nicht in sein Rezept eingreifen (wie käme ich dazu!) -, dass auch in viel höheren Gefilden ähnliche Proble aufscheinen. Es tröstet. Wobei für allen Bestrebungen, ein System zu ändern, auch immer die entsprechenden Spieler zur Verfügung stehen müssen. Insofern ist es egal, ob man interregional oder premier spielt. So breit ist Fussball. Nur mit dem Unterschied, dass etwa bei Chelsea in der Regel 41.796 Zuschauer anwesend sind, am Kreuzlinger Hafen derweil 165 (mit hoffentlich ansteigender Tendenz im Saisonverlauf!).
    Grüsse aus Berlin.

  2. Ich bin guter Dinge, ist doch zumindest eines der Gegentore auf sehr unglückliche Art zustande gekommen und war nicht auf mangelnde Abstimmung zurückzuführen. Zuschauermässig war es auch nicht so schlecht wie sich die 165 Zuschauer anhören, war es doch ein Wetter bei dem man „keinen Hund vor die Haustüre jagt“. Freienbach wird allerdings eine grosse Herausforderung, sechs Tore gegen Schaffhausen, dabei kam Perna noch gar nicht zum Einsatz. Ich tippe auf ein dramatisches Spiel, wie schon öfters in Freienbach. Bin mir allerdings noch nicht sicher, ob ich Freienbach oder Zofingen ansteuere kommende Woche.

    • Bruno Neidhart schreibt:

      Ja! – natürlich ehrenvoll, portenoskreuzlingen, wenn sich bei „Hundswetter“ 165 rund um den windausgesetzten Spielplatz versammeln, zumal keine grosse Infrastruktur, wie etwa eine Überdachung für Zuschauende (was gegen Wind allerdings auch nicht allzuviel bringen würde!) auf Klein Venedig vorhanden ist. Doch das „Problem mit Zuschauenden“ (also der Anzahl!) liegt bekanntlich im Amateurbereich (nicht nur?) tiefer. In der Gesellschaft wird – ganz allgemein – das honoriert, was über Erfolg Aufmerksamkeit erregt. So eben auch im Fussball. Wenn in einem vorherigen Beitrag im portenos-Blog Stade Nyonnais erwähnt wurde, so machte ich mich mal sachkundig, wie es denn in der „Promotionsliga“ zugeht. Immerhin die 3.Liga der Schweiz. Das Bild erscheint mir typisch: Da spielte Stade Nyonnais neulich auf der Basler St. Jakob-Leichtathletiksportanlage gegen Basel II/U21. Wer kennt nicht das Basler Fussball-Mekka der Schweiz, wenn die Erste vom FC Basel aufspielt (zumal international)? Und wieviele interessierten sich für die ebenso in Novartis-Leibchen angetretene zweite Mannschaft des Schweizer Vorzeigeklubs? Gerade mal 200 – laut Spielbericht! Und in der gleichen Liga waren 74 Personen (jawohl 74!) bei SC Kriens (Liga Spitzenreiter!) – Juventus anwesend, bei Rapperswil-Jona gegen La Chaux-de-Fonds immerhin 390. Dabei spielt die „Promotion“ bereits ziemlich halbprofessionell, obwohl sie eigentlich noch als 1. Amateurliga gilt. Fussball, ist er nicht stolz von grossem Erfolg gekrönt, bewegt sich seit geraumer Zeit in einem ungemütlichen Tal. Die gesellschaftlichen Ansprüche haben sich in vielen Lebensäusserungen stark gewandelt, sind deversifizierter geworden.
      Und trotzdem: Nur keine Müdigkeit in Kreuzlingen! Fussball kann wieder ein Stück überkommenes, öffentliches (Stadt-) Leben besonders dann werden, wenn an die lange, zeitweise überaus erfolgreiche Tradition des FC Kreuzlingen erinnert wird. Es lohnt sich, daran zu arbeiten. Der Verein ist auf gutem Weg. Er braucht dazu auf Dauer eine klare Perspektive sowohl mit seiner ersten Mannschaft als animierendes Fanionteam, auch mit seiner zweiten als Reserve, als auch bezüglich einer zukünftig besser ausgestatteten Platz-Infrastruktur, wo letztlich auch immer in den kommenden Jahrzehnte gespielt werden wird. Da ist auch die Stadt gefordert. Und nicht zu vergessen: Der Verein investiert viel in seine breite Jugendarbeit! Die Zukunft wird richtigerweise hier gelegt.

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