Zeno Huser und die mindschte Goldau-Fans. Ein Cup-Abend.

Goldau-Fans unter sich: „Hüt sind nur die mindschte Goldau-Fans debi!“, „d’Affe vom Goldau-Zoo!“ Gelächter. Die Goldau-Fans entern mit Kafi Schnaps die Tribüne. Als der erste Spieler im gelb-roten Trikot den Rasen betritt, wird er von einem SCG-Fan frenetisch beklatscht, sein Kumpan: „wart no Du Simpel, sie chömed erscht!“.

3. Qualifikationsrunde zum Schweizer Cup. Mittwochabend, Temperaturen um den Gefrierpunkt. 75 Zuschauer. Gleichzeitig läuft Champions League.  Man könnte anderes machen als vier Stunden mit dem Spielercar an ein Vorrundenspiel im Schweizer Cup hin und zurück zu fahren. Aber hätte man den gleichen Spass?

Kreuzlingen führt schnell 2:0, es folgt in der 19. Minute der Anschlusstreffer. Danach: Cupfight, Chancen auf beiden Seiten, die letzte halbe Stunde igelt sich Kreuzlingen im eigenen Spielfelddrittel ein. Kann das gutgehen?

Der Goldauer Zeno Huser, letztes Jahr mit 37 Treffern bester Torschütze der gesamten 2. Liga Interregional, rackert sich ab. Anfang Saison verpflichtete ihn Tuggen, zwei Ligen höher. Beobachtet hat man ihn nie. Entsprechend erstaunt war man über den stämmigen Huser (Hobby: Steinstossen). Die rustikale Technik reichte nicht für die Promotion League. Goldau nahm ihn wieder dankbar zurück. Hier ist man stolz auf ihn, hier spielt er seit der Juniorenzeit, hier schiesst er Tore am Fliessband.

Es ging gut für den FC Kreuzlingen. Nach bangen Minuten gelang der Einzug in den Schweizer Cup. Die Goldau-Fans ziehen von dannen. Es wartet Ligaalltag, Abstiegskampf. Zeno Huser wird’s richten.

Kafi Schnaps und Schweizer Cup (Foto Gaccioli)

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Eine Antwort zu Zeno Huser und die mindschte Goldau-Fans. Ein Cup-Abend.

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    Ein schönes Bild (Gaccioli), die tapferen gelb-roten SC Goldau-Fans nachts bei winterlichem Aprilwetter am Kreuzlinger Bodenseeufer unterm „Tribünendach“ der FCK-Arena zu erblicken. Sie haben wahrlich einen Kafi-Schnaps (oder Kafi-fertig!) verdient! Dabei wäre es zuhause zwischen dem Zuger- und Lauerzersee sicher gemütlicher gewesen. Goldau ist besonders durch den schrecklichen Bergsturz von 1806 bekannt. Und durch den Natur-und Tierpark, der im Sturzgebiet angelegt ist. Vom Fussball hat man noch nicht allzuviel gehört. Wobei der junge Club von1946 (1936 wurde vormals ein FC Goldau aufgelöst) sogar mal in der 1. Liga auftauchte.

    Liest man den Spielbericht, so präsentierte sich eine kampfstarke Schwyzer Truppe (ohne Hellebarden!), die den FCK-Mannen bis zum Spielende tüchtig einheizte. Dabei waren doch die Einheimischen – man sollte das Licht nicht unter den Scheffel stellen! – als klare Favoriten angetreten. Die letzten Resultate liessen positiv aufhorchen.

    Nun, es hat für Kreuzlingen knapp geklappt, um wiedermal in die Cup-Hauptrunde aufzusteigen. Ein schöner Cluberfolg! Sollte dereinst gar Basel auf Klein Venedig auflaufen, wären auch bei misslichstem Wetter mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit mehr als 75 Zuschauende daran interessiert. Das würde dann nicht nur den Wurstbrater freuen, sondern käme vielleicht einer Initialzündung gleich – es muss ja nicht unbedingt Basel sein! -, dem FCK-Fussball in Kreuzlingen wieder jene (Be-) Achtung zu verschaffen, die er schon aus Tradition verdient. Es ist zwar sehr lange her seit den „Ereignissen“ an der unteren Konstanzerstrasse (Grenzlandstadion der 30er!). Doch irgendwie schwebt über der Stadt noch immer die phänomenale Fussballsportgeschichte von damals, obwohl sie einen engen Zeitraum umfasste.

    Tradition als Aufgabe zu begreifen ist nicht ganz einfach, zumal in einer Zeit, die viel komplexer geworden ist, deren Bedürfnisse sich akkumuliert und diversifiziert haben. Doch Fussball bleibt Fussball. Ein einfach zu begreifendes Spiel auf einem Rechteck. Und auf jeder Schmalseite ein Tor. Mehr braucht es nicht. Weiss jedes Kind. Dass diese Spielausgangslage nach so langer Zeit noch immer begeistern kann, ist schon phantastisch. Vielleicht ist Fussball im Kern einfach auch mehr als Fussball, gehört zum Dorf, zur Stadt, zur Gesellschaft, ist im besten Sinn ein gutes Stück von ihr, verbindet, vermischt die unterschiedlichen Menschen unterschiedlichsten Standes. Weltweit.

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