Wenn die Stürmer abhanden kommen

Es war vielleicht die Meldung der Winterpause. Dem FC Rüti sind die Stürmer abhanden gekommen. Edison Syla (21) wechselte in die Promotion League zum FC Rapperswil-Jona, der ältere Bruder Taulant Syla (25) zum FC Freienbach, dem aktuellen Tabellenführer der 2. Liga Interregional. Beide stammen aus Rüti, aus dem Quartier am dortigen Fussballplatz. Beide waren vielleicht etwas zu gut für den FC Rüti.  Es war ein Spektakel mit den Syla-Brüdern. Auch Kreuzlingen kam selten so unter die Räder wie an jenem sagenhaften 4. Oktober 2015, dem Sonntagnachmittag mit dem furiosen 8:3. Nun kehrt also Normalität beim FC Rüti ein, vorbei mit dem Offensiv-Feuerwerk, vorbei mit den spektakulären Resultaten, es erwischte ja eine ganze Reihe von Topklubs auf der Schützenwiese.

Wie allseits erwartet stürzte das Vorrunden-Spitzenteam Rüti nach dem Wegzug der beiden Goalgetter regelrecht ab, befindet sich aber noch im gesicherten Mittelfeld. Was machen die Brüder? Taulant Syla schiesst bei Freienbach weiter munter Tore, Edison Syla kam in Rapperswil die letzten vier Spiele nicht mehr zum Einsatz.

Dem FC Kreuzlingen reichte übrigens eine mittelmässige Leistung zum 2:0-Erfolg.

Spärliche 170 Zuschauer erschienen im Hafenareal, spärliche 200 Zuschauer zum gleichzeitig (!) ausgetragenen 2.-Liga-Spitzenspiel zwischen dem AS Calcio Kreuzlingen und dem FC Bazenheid (0:1), ausgetragen im 800 Meter entfernten Burgerfeld.

Nächster Halt: Samstag, 29. April 2017 um 16.00 Uhr: FC Sirnach – FC Kreuzlingen

Foto Gaccioli

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Eine Antwort zu Wenn die Stürmer abhanden kommen

  1. Bruno Neidhart schreibt:

    „Abhanden gekommen“ sind auch einige Zuschauer! Und wenn dann gleichzeitig noch im ästhetisch und funktionell unvollendeten „Zentralstadion Burgerfeld“ der zweite Club der Stadt, der AS Calcio, ein wichtiges Heimspiel auszutragen hat (wer für diese seltsame Spielansetzung zuständigt ist, entzieht sich meiner Kenntnis), wird die Lage noch trister. Für beide Klubs. Man muss sich schon erinnern: Kreuzlingen hat Zweiundzwanzigtausend Einwohner! Und rund herum eine Region. Und erinnern muss man sich derzeit auch, dass der FCK in den letzten Spielen eine hervorragendende Performanz zeigte, die es zu honorieren gälte. Aber mit 170 ist die Gefahr gross, dass bald mehr Spieler-Abwerbescouts die hübsche selbsgebastelte Arena bevölkern, als sich einheimische Zuschauer auf den Weg zum Hafen machen. Und nicht auszudenken, wenn es beim nächsten Heimspiel noch regnen sollte….!

    Bleibt also viel zu tun! Nun ist diese Misere keineswegs nur ein Kreuzlinger Phänomen. Das Beispiel Konstanz ist – nicht zum Trost! – derzeit noch dramatischer. Die Zuschauermisere betrifft nicht nur, jedoch besonders den etwas gehobeneren Amateursport. Bei den unteren Ligen sind dagegen oftmals höhere Fanzahlen zu registrieren. Da zehren Dorfvereine aus unterschiedlichen Gründen eher noch von einem kompakten gesellschaftlichen Gerippe, zumal sich die sportliche Gegnerschaft meistens aus der unmittelbaren bezirklichen Nachbarschaft rekrutiert. Dies reizt automatisch zu einer andauernd rivalisierenden Auseinandersetzung zwischen Dörfern. Fussballunabhängig sogar. Ist gesund. Bei über- oder „inter“-regionalen Sportbezügen erlahmt das gegenseitige Interesse deutlich dann, wenn es um nichts geht. Nur in der Situation eines möglichen Aufstiegs in etwas höhere fussballsportliche Gefilde bewegt sich vielleicht mehr. Aber auch diese höheren Gefilde sind nicht unbedingt attraktiver, was die Liga-Zusammensetzung betrifft. Die zumindest auf dem Papier erkennbare Linie, die in CH zu überschreiten wäre, um das Fussballinteresse stärker zu wecken, wäre die gegenwärtige „Promotionsliga“. Dahin spült es von unten oder von oben kommend immer wiedermal sportlich überregional Bekannteres, wie derzeit Brühl St. Gallen, OB Basel, Basel II, Zürich II, Stade Nyonnais, Kriens, Juventus und andere. Doch sind dazu viele Anstrengungen finanzieller, materieller und immaterieller Art verbunden, die jeder Club einerseits zu erfüllen, andererseits dannzumal realistisch einzuschätzen hat. Ich meine, dass eine solche Zielsetzung für den FCK schon aus „Tradition“ durchaus anvisiert werden sollte. Alles Höhere – das zeigt wiedermal das Beispiel FC Wil! – ist in der heutigen Fussballszene risikoreich und animiert manchmal zu ziemlich abstrusen wirtschaftlichen Entscheidungen, die nicht selten auf Sand gebaut sind. Das wäre dann auch nicht im Sinne von „Tradition“. Trifft allerdings für einige Clubs zu…..!

    Der Weg des FCK’s, der mittelfristig auch mit der Bereitstellung eines für Spieler, Aktive, Senioren, Jugend (!), aber auch Zuschauer attraktiven neuen Sportgeländes weiter gehen sollte, muss machbar sein, möchte sich der Verein einer im Kern „verpflichtenden Tradition“ der Zukunft stellen. Dazu ist auch die Stadt in den kommenden Jahren massgeblich gefordert – in Wort, Schrift und Bild, sowie besonders beim finanziellen Engagement! Die Planungen auf Klein Venedig, welche eine Umgestaltung in eine Naherholungszone am See vorsehen, bedingen übrigens für alle Sportarten, die sich auf diesem Gelände angesiedelt haben, eine konkrete Zielsetzung seitens der Stadt. Die Politik ist hier gefordert. Derzeit herrscht noch Mangel als Transparenz und Verlässlichkeit.

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