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7:1 / 5x Qerfozi

Das Wiler U20-Team wird vor 180 Zuschauern im Hafenareal mit 7:1 überrannt. Fünfmal trifft Andi Qerfozi gegen seinen Ex-Verein. Damit schraubt Qerfozi, der zum erweiterten U21-Kader von Albanien gehört, seine Saison-Bilanz auf 19 Tore in 14 Spielen.

Von den anderen Top-Teams strauchelt Linth mit 1:2 gegen den FC Winkeln und könnte jetzt bei einem Sieg am nächsten Samstag in Niederurnen (17.00 Uhr) überholt werden. Wird das Nachholspiel in Sirnach gewonnen (Dienstag, 20.00 Uhr), beträgt der Rückstand auf den FC Kosova bei vier ausbleibenden Partien fünf Punkte (ein Kosova-Sieg in St. Margrethen setzen wir mal voraus). Die Wettquote auf einen Kreuzlinger Aufstieg dürfte sehr hoch ausfallen, aber zumindest eine ganz kleine Spannung scheint doch noch zu bleiben. Vielleicht nur für 72 Stunden, vielleicht bis zum Linth-Spiel, vielleicht aber auch bis fast zum Ende der Saison.

Unsere 2. Mannschaft ist nach dem heutigen 2:1-Sieg gegen den FC Wängi weiter auf 3.-Liga-Kurs. In den verbleibenden drei Spielen benötigt unsere Reserve-Mannschaft wahrscheinlich noch sechs Punkte zum Aufstieg. Da  die Spiele gegen die Verfolger FC Weinfelden-Bürglen 2 (Hafenareal am 10.6. um 19.30 Uhr) und FC Münchwilen (auswärts am 27.5. um 18.00) ausstehen, dürfte es aber noch ein heisser Tanz werden.

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Aus der Reihe „gute Zuschauerzahlen im Amateurbereich“

„Die etwa 400 mitgereisten FC Kosova Anhänger (Zuschauerzahl: 562) waren total begeistert.“ (fckosova.ch)
Spitzenspiel 2. Liga Interregional am 14.05.2017, FC Freienbach vs. FC Kosova Zürich 1:3
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Grenzstadtkurier Nr. 11

Der FC Kreuzlingen hat während 112 Jahren eine bewegte Vereinsgeschichte durchlebt. Wer sich dafür interessiert, wird mit dem Grenzstadtkurier bestens bedient. Die neueste Ausgabe berichtet auf 68 A5-Seiten von den FCK-Jahren 1947 bis 1954, zeichnet die Geschichte des Kreuzlingers Walter Beerli nach (WM-Teilnehmer 1950), wartet mit einem Essay zur Sportplatzfrage von Bruno Neidhart auf und begibt sich auf Spurensuche des alten Stadions an der Konstanzerstrasse. Als Zugabe wurden alle Vereinswappen von 1905 bis 2017 von einem Wappenzeichner neu aufbereitet.

Die 11. Ausgabe ist für 5 Franken an folgenden Orten erhältlich:

FCK-Heimspiele im Club-Beizli (und am 20.5. am Haupteingang) / NOFB-Shop, Berlin (online-Shop für deutsche Käufer) / Sportantiquariat Germond, Zürich (ab 22.5. / online und Laden) / didi:offensiv-Bar, Basel (ab 22.5.) / Libero-Bar, Winterthur (ab 21.5.)

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Der Ausrutscher im Gründenmoos

Es ist passiert. Nach sechs Pflichtspielsiegen in Folge verliert der FC Kreuzlingen mit 3:2 beim FC Winkeln St. Gallen. Damit dürften die Aufstiegshoffnungen begraben sein. Jammern? Überhaupt nicht! Ein grosses Kompliment an die Mannschaft! Nach der Vorrunde konnten die Zuschauer im Frühling 13 belanglose Spiele erwarten. Stattdessen begeisterte der FC Kreuzlingen mit einer Siegesserie in der Meisterschaft und qualifizierte sich für den Schweizer Cup. Nun genügt ein einziger Ausrutscher um aus dem Aufstiegsrennen zu fallen. Bitter – aber nur im ersten Moment.

Es war natürlich eine ziemliche Phantasterei, die da acht Spiele anhielt. Ausgerechnet in der am stärksten besetzten 2. Liga Interregional aller Zeiten setzte der FC Kreuzlingen zu einer Aufholjagd an – gegen drei absolute Topteams und bei neun Punkten Rückstand.

Es war ein verhexter Nachmittag. Da hat man von Anfang an mehr Spielanteile, scheint über die besseren Einzelspieler zu verfügen, legt dann einen Gang zu und erspielt sich eine Viertelstunde lang Chance um Chance, nur das Tor will nicht gelingen. Dann kurz vor der Pause ein Konter und es steht 1:0 für Winkeln. In der Pause holt man sich eine hervorragende St. Galler Bratwurst von der Metzgerei Schmid und denkt sich noch, kein Ding, dass drehen sie. Dann steht es etwas später durch zwei weitere Konter 3:0. Immerhin, auch hier zeigt die Mannschaft wieder Grösse, gibt nicht auf und kommt nochmal auf 3:2 heran.

Auf dem Nachhauseweg fuhr ich an erwartungsfrohen Menschen mit grün-weissen FCSG-Schals vorbei, die Partie gegen den FC Vaduz im kybunpark stand an. Ich war mit Sicherheit der einzige Mensch, der mit einem grün-weissen Schal stadtauswärts fuhr.

Gespielt wurde übrigens auf der Rückseite des Stadions Gründenmoos. Sozusagen im doppelten Schatten des grossen Fussballs.

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Millionen Zuschauer und keiner geht hin

Im Hafenareal gibt es nach dem Spiel eine Tradition. Der Trainertalk im Club-Beizli. Kein mir sonst bekannter Amateurverein veranstaltet sowas. Bereits zu 1.-Liga-Zeiten war er berühmt-berüchtigt. Manche Trainer verweigerten die Teilnahme. Manche fanden vor fünf Personen statt. Heikel sind die anschliessenden Fragen aus dem Publikum, mitunter wird es konfus, so am Samstag nach dem Uzwil-Spiel:

Der „Maestro“ meldet sich zu Wort. Ein Zuschauer, der an der Kasse gerne „Karten für die Nordkurve“ bestellt: „Es gibt Millionen Zuschauer – und dann das!“ und weiter „Es gibt Millionen Zuschauer, keiner versteht etwas!“ Der Moderator: haben Sie eine Frage? „Millionen Zuschauer und keiner hat eine Ahnung!“, wo bleibt Ihre Frage?

Er überlegt – „Ich habe keine Frage“ – wieder Stille.

Eine Kreuzlinger Anhängerin nutzt den ratlosen Moment für einen flammenden Appell. Wir kämpfen doch um jeden Zuschauer, jetzt müssen die Erfolge in die Stadt getragen werden! Begeisterter Applaus. Eine weitere Stimme hebt sich: „Erik Regtop, haben Sie jemals für Servette gespielt?“ Uzwil-Trainer Regtop: „Niemals!“. Ein Kreuzlinger kommt strahlend mit einem Autogramm von Helene Fischer herein. Der Moderator beendet den Abend. Applaus für Kürsat Ortancioglu. Applaus für den FC Kreuzlingen. Schulterklopfen, strahlende Gesichter, es läuft rund. Zwei Gäste sitzen betreten am Tisch. Uzwiler.

Was für ein Spiel. 3:0 gegen den FC Uzwil, 200 Zuschauer trotzten dem Regen, 2 x Andi Qerfozi und ein Traumtor von Uwe Beran, von der Grundlinie reingeschlenzt. Eigentlich unmöglich. Eine alte Kreuzlinger Spielerlegende wirft ein: „Er spielt wie früher unser Kartelo – 1979 gegen Chiasso! Wir hätten die Tessiner fast aus dem Cup geworfen, wären ins Achtelfinale vorgedrungen! Wäre damals Weigel nicht mit Fieber im Tor gestanden, wäre uns kurz vor Schluss nicht die Kondition ausgegangen!“

Aber jetzt könnten Kürsat Ortancioglu und seine Mannen wieder alten Glanz ins Hafenareal bringen. Seine Bilanz nach dem 0:1-Einstand am 4. Februar gegen den FCSG U21: 11 Spiele, 10 Siege, 1 Unentschieden, 30:7 Tore. Qualifikation fürs 1/32-Finale, noch zwei Cup-Runden und das alte Unglück von 1979 wäre getilgt. Kürsat fände das alles übertrieben, er bewahrt einen kühlen Kopf – die treuen Zuschauer träumen schon.

Der FCK-Express rollt weiter: Samstag, 13.05.2017 um 16.30 Uhr Stadion Gründenmoos, FC Winkeln SG – FC Kreuzlingen. Winkeln-Legende Sven Lehmann wartet schon.

Winkeln umzingelt, die Nr. 7 wie einst Kartelo (Foto Gaccioli, Kreuzlingen)

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„Erinnerungen ans Grenzland-Stadion“ bewirbt sich für Fussball-Kulturpreis der deutschen Akademie für Fussball-Kultur

Am 20. Oktober 2017 werden in Nürnberg die deutschen Fussball-Kulturpreise des Jahres in fünf Kategorien verliehen. Seit bald einem Jahrzehnt arbeite ich hobbymässig die Geschichte ums nicht mehr existente Grenzland-Stadion an der Konstanzerstrasse auf. Nun wurde meine Bewerbung in der Kategorie „Fussball-Erinnerung des Jahres 2017“ angenommen.

Aus den Verfahrenskriterien:

Der Fanpreis „Fussball-Erinnerung“ richtet sich an alle traditions- und geschichts-bewussten Fans, die sich im deutschsprachigen Raum eigeninitiativ um die Fortschreibung einer Fußballchronik kümmern. Ob unvergessene Spiele, Helden, Erfolge, Orte aber auch Unglücke und Verluste: Aus Projekten entwickelt sich eine besondere Art der Gedenkens, die Fans, Verein und Gesellschaft zusammenhält.

Hier gehts zur Projekt-Vorstellung von der deutschen Akademie für Fussballkultur.

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