Verblüffend ähnliche Vereinswappen – Teil 3

Nach dem FC Wettingen und dem Racing Club de Montevideo folgt in der Reihe „verblüffend ähnliche Vereinswappen“ mit dem AS Saint-Etienne ein dritter Wappenbruder.

In den 70er-Jahren waren sich die Wappen des grossen ASSE, 10-facher französischer Meister, und des FC Kreuzlingen am ähnlichsten. Beide Vereine trugen zu dieser Zeit vier grüne und drei weisse Längsstreifen im Wappen. Beide Wappen waren in Schildform, beide trugen den Vereinsnamen im oberen Teil und beide waren in den gleichen Clubfarben gehalten. Beim FC Kreuzlingen änderte sich mit der Zeit die Anzahl der grünen Streifen, von ursprünglich vier (60er-Jahre) auf drei (90er-Jahre) und schliesslich auf zwei (seit den 2000er-Jahren). Beim AS Saint-Etienne wechselte man zu einem Logo mit springendem Puma (80er-Jahre) und schliesslich zu einem runden Logo mit drei grünen Streifen (aktuell).

Begegnet sind sich die Vereine nie. Sieben Spiele trug der FC Kreuzlingen in seiner Geschichte gegen französische Vereine aus, allesamt in den 1930er-Jahren. 1933 spielte der FCK gegen den Racing Club Strasbourg (3:1-Sieg vor 1’200 Zuschauern an der Konstanzerstrasse und den FC Mulhouse (Resultat unbekannt), am 5. März 1934 gegen den elsässischen Verein FC St. Louis (10:2-Sieg), am 15. September 1934 vor 2’000 Zuschauern beim Racing Club Lens (5:2-Sieg), am Folgetag gegen den FC Rouen (5:0-Niederlage vor 6’000 Zuschauern), am 2. Mai 1935 empfing der FC Kreuzlingen an der Konstanzerstrasse den damals amtierenden französischen Meister Racing Club de Paris, letzterer setzte sich vor 1’800 Zuschauern knapp mit 2:1 durch, am 17. April 1938 das letzte Aufeinandertreffen gegen einen Verein des westlichen Nachbarlandes, der FC Kreuzlingen spielte beim französischen Vize-Amateurmeister FC Scionzier (0:0).

Personelle Verknüpfungen gab es erst wieder mit der französischen Garnison in Konstanz, aber das ist eine andere Geschichte.

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Das geheime Stadtderby

Am Sonntag Morgen erreichten mich aufgeregte Mails von mir unbekannten Personen. FCK 1 hätte gegen Calcio 1 gewonnen, dazu verwackelte Bilder per Handy-Cam. Auf den bewegten Aufnahmen hätte ich nicht mal erkannt, ob da E-Junioren oder Aktive spielten, aber die Meldung stimmte. Das Spiel fand am Plausch-Hallenturnier der 2. Mannschaft in der Egelseehalle statt und war gleichzeitig dessen Finale. Die FCK-Spieler (getarnt als Il Mafiosi) gewannen gegen den AS Calcio (getarnt als PSG) nach Penaltyschiessen. Die Reihenfolge in der Stadt blieb gewahrt, alles blieb ruhig, selbst der einzige Pressemann verschlief – und ärgerte sich im Nachhinein.

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Kreuzlinger Kiste – Tschuttschuehsäckli

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Fundstücke – Tschuttschuehsäckli, späte 1960er-Jahre. Fundort: Winterthur (eingesandt). Damals gestiftet von der Malerei Kyburz.

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Schöne Tore vor der Schmugglerbucht, der FCK überwintert im Schweizer Cup

Zufriedene Gesichter im Club-Beizli nach dem Spiel. Der FCK dominierte im letzten Spiel vor der Winterpause den FC Sirnach beim 5:1-Sieg in allen Belangen und zog problemlos in die 2. Cup-Qualifikationsrunde ein.

Das Spiel fand im Hafenareal auf dem 2010 erstellten Kunstrasenplatz statt. Dort wo man sich früher als FCK-Junior auf dem gefürchteten roten Ascheplatz aufgeschürfte Knie holte. Die Ausmasse sind jedoch so klein (90 x 57,6 Meter), dass sich die Zuschauer regelmässig fragen ob man denn dort überhaupt spielen dürfe. Natürlich darf man, aber nur bis zur 2. Liga Interregional. Zum Vergleich, unser 1.-Liga-tauglicher Hauptplatz misst 107 x 67 Meter.

Heute ist der Platz zwar nicht mehr ob seines roten Grands gefürchtet, doch für seine ungeschützt über den Platz fegenden kalten Seeböen berüchtigt. Die Zuschauer sind gut beraten sich in der kältesten Ecke des seit 1962 vom FCK bespielten Hafenareals warm anzuziehen. Es gab auf dem Platz 3 schon Spiele, bei denen manchem Fan das Bier sprichwörtlich im Plastikbecher gefror!  Doch die Seewinde zeigten sich diesmal gnädig und so konnte man das Spiel und die ganz eigene Atmosphäre des Platzes direkt am Seeufer geniessen.  In der ersten Halbzeit schöne Ballstafetten vor der Neugotik- und Renaissance-Kulisse der Konstanzer Altstadt, in der zweiten Halbzeit FCK-Tore vor den Lichtern der Konstanzer Schmugglerbucht, selbst ein langweiliger Kunstrasenplatz hat so seinen Charme.

Hier ein etwas älterer Blick auf den Konstanzer Hafen, aus dem FCK-Gründungsjahr 1905.

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Pascal Claude, dessen letztes Buch ich hier unbedingt empfehlen möchte, sinnierte gar vom Bau einer verglasten Hintertorseite, so wie es die Villen am See hätten, ganz ernst gemeint war das natürlich nicht. Doch für Fans des Skurrilen bietet der Platz tatsächlich ein kleines Highlight. Ein Schwerstarbeit verrichtender Speaker, der den unbespielten Hauptplatz beschallt und hofft, dass seine Durchsagen auch 100 Meter nördlich auf Platz 3 vernommen werden. Besonders brenzlig wirds bei Toren, die Speakerkabine steht natürlich auch am falschen Platz und so sah man ihn nach Toren fragend durch die Zuschauerreihen marschieren „wer hätts Goal gschosse?“, ehe er zur Speakerkabine zurückeilte um den leeren Hauptplatz zu beschallen.

5:1, viel Spass und Atmosphäre. Was für ein schöner Abschluss, wir freuen uns auf Kürsat Ortancioglu, auf eine spannende Rückrunde, auf eine lange Cup-Saison und jetzt erstmal auf die verdiente Winterpause!

FC Kreuzlingen (Gruenweiss) gegen FC Sirnach, Schweizer Cup 1. Qualifikationsrunde, FCK-Arena im Hafenareal Sportanlage Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 12. November 2016 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

FC Kreuzlingen (Gruenweiss) gegen FC Sirnach, Schweizer Cup 1. Qualifikationsrunde, FCK- Arena im Hafenareal Sportanlage Hafenfeld Kreuzlingen am Samstag 12. November 2016 (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

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Kalter Abschied von der Breite

Der dritte Sieg im vierten Spiel, die Bilanz von Interimstrainer Bernhard Gräble kann sich sehen lassen. Beim 4:3-Sieg gegen die Reserve des ChL-Tabellenletzten FC Schaffhausen gab es bei der Grenzstadt-Elf nebst wunderschönen Toren aber auch unerklärliche Schwächen zu sehen. Just in den Momenten als das Spiel in trockenen Tüchern schien, nach dem 3:0 und dem 4:1, schien die Mannschaft ihr überlegenes Spiel einzustellen und riskierte in der Schlussphase einen ärgerlichen Punkteverlust. Trotzdem, der FCK verfügt über eine spannende Mannschaft. fcs-haupttribuene

Erstmals seit vielen Jahren spielte der FCK wieder im Stadion Breite. Zuletzt duellierte sich hier im März 1983 der FC Kreuzlingen mit der Ersten Mannschaft des FC Schaffhausen in der 1. Liga vor einer vierstelligen Zuschauerzahl. Zwar spielten die Vereine noch vor 15 Jahren auf Augenhöhe in der 1. Liga, aber in anderen Gruppen.

Gleichzeitig war es ein Abschied vom geschichtsträchtigen Stadion Breite, denn der FC Schaffhausen wird im Frühling mitsamt seinem Reserveteam in den neu erbauten LIPO-Sportpark nach Schaffhausen-Herblingen umziehen. Bei aller Wehmut und Nostalgie, dass Stadion Breite der heutigen Tage zeigt sich als ein einziges Gewirr aus provisorischen Stahlrohrtribünen, alten Containern und verwitterten Zelten. Kam noch die Trostlosigkeit eines Spiels des Reserve-Teams bei Temperaturen um die fünf Grad dazu. Keine Anzeigetafel, kein Matchprogramm, keine Bratwurst. Immerhin konnte man für fünf Franken auf der gedeckten Haupttribüne Platz nehmen. Das taten die meisten der spärlich erschienenen 60 Zuschauer. Der Abschied vom Stadion Breite fiel so trotz dreier Punkte nicht allzu schwer.

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Fans im Schweizer Amateurfussball? Ein kleiner Exkurs

Rot-Weisse Fahnen und Gesänge im Hafenareal. Eishockey-Fans die sich verirrt haben? Nein, tatsächlich nach langen Jahren mal wieder eine gegnerische Fangruppe bei einem Spiel des FC Kreuzlingen. Die erst seit diesem Jahr aktiven „Ustermer Jungs“ reisten erstmals mit einem Car an ein Auswärtsspiel und suchten sich für dieses Highlight das Auswärtsspiel in Kreuzlingen aus. Nach ihrer eigenen Auskunft nicht zuletzt wegen des bekannten Rufes der seit 17 Jahren aktiven Kreuzlinger Fanszene. Wahrscheinlich dürften sich die gut 20 Ustermer Jungs mehr erhofft haben als zwei Leute aus der Whiskykurve und acht Fans bei den Porteños. Gesanglich hatten die 20 Ustermer natürlich die Oberhand, immerhin konnte ab und zu etwas dagegen gehalten werden. Die Zürcher erinnerten sehr an alte Tage der Whiskykurve, im positiven wie im negativen. Die passende Gelegenheit für einen Blog über Fanszenen im Schweizer Amateurfussball.

In den letzten 20 Jahren versuchten diverse Fangruppen Amateurvereine zu unterstützen, nur bei ganz wenigen blieb es eine dauerhafte Liaison. Ende der Neunziger Jahre waren die Vibiscum Ultras von Vevey Sports (1. Liga) eine der ersten Fangruppen im Amateurbereich. Etwas später hielt sich die Ritterfront Wettingen im Altenburg-Stadion etwa 10 Jahre. Nicht etwa während der NLA-Zeit, sondern beim überschaubar erfolgreichen FC Wettingen 93. In den 2000er-Jahren wurde es bei einigen Ultra-Gruppen populär die Zweitmannschaft zu unterstützen. Etwa bei GC (kamen mit 40 Fans ins Hafenareal), bei St. Gallen (tolle Gesangsduelle mit den Kreuzlinger Fans im alten Espenmoos mit anschliessender gemeinsamer Party in einem Fabrikareal) oder auch bei YB.

Teilweise konnten sich Vereine mit NLB-Vergangenheit trotz oft sehr langer Erfolgslosigkeit auch im Amateurfussball kleine Fanszenen bewahren. So etwa beim FC Solothurn (die politisch eher links stehende Curva Soletta), beim SC Kriens (die innovativen SCK Supporters), beim FC Gossau (die reisefreudigen Gossau-fen) oder beim FC Baden (Dick&Durstig, später Badener Jungs und 54er-Club). Letztere Fanszene sorgt zwar mit regelmässig gegen 50 Fans pro Spiel für einen absoluten Spitzenwert im Schweizer Amateurfussball, hatte aber zumindest einige Jahre mit einem massiven Gewaltproblem zu kämpfen. Auch das ein Alleinstellungsmerkmal der Badener Fans im Schweizer Amateurfussball.

Während viele Fangruppen bei west- und deutschweizer Vereinen Eintagsfliegen blieben, etwa in Martigny, Fribourg, Bülach oder Herisau, bei anderen es nie mehr als zwei, drei Personen blieben (Chur 97, Kickers Luzern, SR Delémont, SC Brühl, FC Bern, FC Breitenrain), sieht es im Tessin traditionell interessanter aus. Einen besseren Support als bei der Konkurrenz jenseits des Gotthards, findet man beim FC Locarno von den humorvollen und chaotischen Cirrosi Epathica, beim FC Chiasso von den auch zu 1.-Liga-Zeiten auf Serie-D-Niveau liegenden Giovani Sconvolti, GACS, natürlich bei den Bellinzona Boys von der AC Bellinzona und selbst bei den Fans des mässig erfolgreichen FC Mendrisio, mit der links orientierten Fattanza, North Side. Das Tessin ist im Amateursupport kein gelobtes Land, auch hier sind es häufig nur 15 Personen die regelmässig ihren Verein unterstützen, aber trotzdem ist die Häufung der dortigen Fanszenen im Amateurbereich verblüffend. Teilweise (Locarno, Chiasso) stehen dort noch die gleichen Personen hinter der Bande wie zu Beginn der 2000er-Jahre bei den legendären Fan-Ausflügen mit dem FC Kreuzlingen ins Tessin.

Wie sieht es in Grenznähe aus? Beim vormaligen FC Konstanz versuchten immer wieder Studenten-Gruppen für Stimmung zu sorgen, auch ein humorvoller Fan-Blog entstand (Parole Hecker), war das Studium in Konstanz vorbei, waren dann auch die Fans weg. Beim Arbeiterverein FC Singen hatte es mehr Substanz. Die Lake Constance Maniacs / Hontes Crew sorgt seit bald zehn Jahren für etwas Stimmung im schmucken Hohentwiel-Stadion.

Soweit der kleine Exkurs zu den Fanszenen im Schweizer Amateurfussball und dem näheren Grenzland. Wer etwas zum 4:1-Sieg gegen den FC Uster lesen will, findet mehrere Berichte an dieser Stelle.

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Gründungsjahre

Aus der Reihe schöne Tabellen:

  1. FC Kreuzlingen 1905
  2. FC Frauenfeld 1906
  3. FC Uster 1909
  4. FC Uzwil 1911
  5. FC Rüti 1930
  6. FC St. Margrethen 1930
  7. FC Winkeln 1930
  8. FC Sirnach 1961
  9. FC Freienbach 1965
  10. FC Kosova 1994
  11. Chur 97 1913 / 1997*
  12. FC Linth 04 2004 (Fusion aus Niederurnen und Näfels)
  13. FC Schaffhausen 1896 / 2006*
  14. FC Wil 1900 / 2006*

*Vereinsrechtliche Neugründung

Lisel

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